In München hat die Polizei nach einem Brandanschlag auf ein Rüstungsunternehmen zwei Verdächtige festgenommen. Gegen Mitternacht flogen mehrere Brandsätze auf eine Baustelle vor der Firmenzentrale des Technologiekonzerns im Stadtteil Berg am Laim, so die Polizei.
Einer der Brandsätze zündete an Baucontainern, eine Streife löschte das Feuer. Verletzt wurde niemand, der Sachschaden blieb nach Polizeiangaben gering.
Das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) vermutet laut einem Sprecher einen Anschlagsversuch gegen ein Unternehmen aus dem Rüstungsbereich und ermittelt wegen eines politischen Hintergrunds. Das LKA nennt den Namen nicht, Medienberichten zufolge handelt es sich um das Unternehmen Rohde & Schwarz.
Was in der Nacht auf der Baustelle in München geschah
Gegen Mitternacht alarmierte ein Zeuge die Polizei. Er berichtete, dass im Münchener Stadtteil Berg am Laim aus einem Auto heraus Brandsätze geworfen worden seien.
Einer davon zündete im Bereich von Baucontainern vor der Zentrale von Rohde & Schwarz. Eine sofort eintreffende Polizeistreife konnte das Feuer löschen. Am Tatort entdeckten die Einsatzkräfte einen zweiten Brandsatz, der nicht gezündet hatte. Spezialkräfte des LKA machten ihn unschädlich. Dafür sperrte die Polizei den Bereich weiträumig ab.
Wer wurde festgenommen?
Bei der sofort eingeleiteten Fahndung nahm die Polizei zwei Tatverdächtige fest – an einer nahegelegenen Tankstelle am Innsbrucker Ring.
Wie das bayerische Landeskriminalamt (LKA) und die Generalstaatsanwaltschaft in der Landeshauptstadt mitteilten, werden den Beschuldigten in den erlassenen Haftbefehlen Sachbeschädigung und versuchte Brandstiftung vorgeworfen. Zudem seien im Zuge der Ermittlungen drei Wohnungen im Landkreis München durchsucht worden.
Die 38- und 29-jährigen bulgarischen Staatsangehörigen sollen laut den Ermittlern in der Nacht zum Donnerstag aus einem Auto heraus Brandsätze auf das Gebäude im Stadtteil Berg am Laim geworfen haben. Kurz darauf wurden sie bei einer Sofortfahndung an einer Tankstelle festgenommen. Einer der Brandsätze wurde von Polizeibeamten gelöscht, ein zweiter zündete nicht und wurde später entschärft. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sprach von einem mutmaßlichen politischen Hintergrund.
Warum das LKA einen politischen Hintergrund vermutet
Zum konkreten Motiv und zu den Hintergründen lagen zunächst keine Informationen vor. Inzwischen hat das LKA den Fall aber öffentlich eingeordnet.
Nach der Brandattacke vermutet das Bayerische Landeskriminalamt einen Anschlagsversuch gegen ein Unternehmen aus dem Rüstungsbereich. Man ermittle wegen eines politischen Hintergrunds, sagte ein Sprecher des LKA. Rohde & Schwarz ist unter anderem in der Sicherheitstechnik und in der Kommunikation für Behörden und das Militär tätig.
Der Münchner Technologiekonzern reagierte zurückhaltend. Eine Firmensprecherin bestätigte auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks (BR) den Polizei- und Feuerwehreinsatz. Zugleich betonte sie: „Unser Betriebsgelände selbst ist nicht betroffen.“
Ein ähnlicher Angriff aus dem Jahr 2021
Im Jahr 2021 zündeten Unbekannte im Umfeld von Rohde & Schwarz eine Stromleitung an, die offen in einer Baugrube lag. Ein Bekennerschreiben im Internet erklärte die Aktion damals zu einem Angriff auf den „Rüstungskonzern“. Aufgeklärt ist die Tat bis heute nicht.
Die damalige Sabotage führte zu einem Stromausfall für 20.000 Haushalte im Münchner Osten. Das Unternehmen selbst war nach eigenen Angaben nicht beeinträchtigt.
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