München

Brandsätze auf Baustelle bei Rüstungsfirma geworfen: LKA vermutet Anschlagsversuch

Brandsätze trafen eine Baustelle beim Rüstungsunternehmen Rohde & Schwarz in München. Das LKA vermutet politische Motive. Schon 2021 gab es einen ähnlichen Fall.

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Das bayerische LKA vermutet einen Anschlagsversuch auf ein Rüstungsunternehmen in München.

Das bayerische LKA vermutet einen Anschlagsversuch auf ein Rüstungsunternehmen in München.

© Sven Hoppe/dpa

In München hat die Polizei nach einem Brandanschlag auf das Rüstungsunternehmen Rohde & Schwarz zwei Verdächtige festgenommen. Gegen Mitternacht flogen mehrere Brandsätze auf eine Baustelle vor der Firmenzentrale des Technologiekonzerns im Stadtteil Berg am Laim, so die Polizei.

Einer der Brandsätze zündete an Baucontainern, eine Streife löschte das Feuer. Verletzt wurde niemand, der Sachschaden blieb nach Polizeiangaben gering.

Das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) vermutet laut einem Sprecher einen Anschlagsversuch gegen ein Unternehmen aus dem Rüstungsbereich und ermittelt wegen eines politischen Hintergrunds.

Was in der Nacht auf der Baustelle in München geschah

Gegen Mitternacht alarmierte ein Zeuge die Polizei. Er berichtete, dass im Münchener Stadtteil Berg am Laim aus einem Auto heraus Brandsätze geworfen worden seien.

Einer davon zündete im Bereich von Baucontainern vor der Zentrale von Rohde & Schwarz. Eine sofort eintreffende Polizeistreife konnte das Feuer löschen. Am Tatort entdeckten die Einsatzkräfte einen zweiten Brandsatz, der nicht gezündet hatte. Spezialkräfte des LKA machten ihn unschädlich. Dafür sperrte die Polizei den Bereich weiträumig ab.

Wer wurde festgenommen?

Bei der sofort eingeleiteten Fahndung nahm die Polizei zwei Tatverdächtige fest – an einer nahegelegenen Tankstelle am Innsbrucker Ring.

Nach Polizeiangaben handelt es sich um eine 28-jährige Frau und einen 38-jährigen Mann. Beide sind bulgarische Staatsangehörige. Wie die beiden mit der Tat in Verbindung stehen, ist nach Angaben der Ermittler Gegenstand der weiteren Untersuchungen.

Warum das LKA einen politischen Hintergrund vermutet

Zum konkreten Motiv und zu den Hintergründen lagen zunächst keine Informationen vor. Inzwischen hat das LKA den Fall aber öffentlich eingeordnet.

Nach der Brandattacke vermutet das Bayerische Landeskriminalamt einen Anschlagsversuch gegen ein Unternehmen aus dem Rüstungsbereich. Man ermittle wegen eines politischen Hintergrunds, sagte ein Sprecher des LKA. Rohde & Schwarz ist unter anderem in der Sicherheitstechnik und in der Kommunikation für Behörden und das Militär tätig.

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Der Münchner Technologiekonzern reagierte zurückhaltend. Eine Firmensprecherin bestätigte auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks (BR) den Polizei- und Feuerwehreinsatz. Zugleich betonte sie: „Unser Betriebsgelände selbst ist nicht betroffen.“

Ein ähnlicher Angriff aus dem Jahr 2021

Im Jahr 2021 zündeten Unbekannte im Umfeld von Rohde & Schwarz eine Stromleitung an, die offen in einer Baugrube lag. Ein Bekennerschreiben im Internet erklärte die Aktion damals zu einem Angriff auf den „Rüstungskonzern“. Aufgeklärt ist die Tat bis heute nicht.

Die damalige Sabotage führte zu einem Stromausfall für 20.000 Haushalte im Münchner Osten. Das Unternehmen selbst war nach eigenen Angaben nicht beeinträchtigt.

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