Gesundheit

Neue Studie: Körperliche und psychische Gesundheit von Jugendlichen überrascht

Ein neuer Bericht zeigt, wie es Jugendlichen in Brandenburg gesundheitlich geht. Ein Problem drängt besonders.

3 Min
Die Anzahl an psychosomatische Beschwerden hat bei Jugendlichen in Brandenburg deutlich zugenommen.

Die Anzahl an psychosomatische Beschwerden hat bei Jugendlichen in Brandenburg deutlich zugenommen.

© Nicolas Armer

Ein Bericht hat jetzt gezeigt, wie es um die physische und psychische Gesundheit von Jugendlichen in Brandenburg bestellt ist. Demnach trinken diese weniger Alkohol und Tabak, aber konsumieren mehr Medien, wie auch der rbb berichtet. Dieses Ergebnis habe die Brandenburger Gesundheitsministerin Britta Müller (BSW) sehr aufgeschreckt. Demnach sind fast ein Drittel der Mädchen und Jungen, die die 10. Klasse besuchen, übergewichtig, wie die Berliner Zeitung berichtet. Der Anteil ist in den letzten Jahren stetig gestiegen.

„Es fängt schon damit an, dass die Eltern ihre Kinder mit dem Auto bis zur Kita oder Schule fahren. Wir sind früher 20 Minuten gelaufen oder mit dem Fahrrad gefahren.“ Man müsse verstärkt in Gesundheitsförderung und Prävention investieren: mehr Bewegung, gesündere Ernährung. Dabei seien die Familien genauso gefragt wie Kitas, Schulen und das soziale Umfeld, so die Ministerin.

Laut der aktuellen Studie frühstückt weniger als die Hälfte der 11- bis 15-Jährigen jeden Tag. Knapp ein Drittel frühstückt überhaupt nicht. Am Abend essen nur knapp 40 Prozent der Jugendlichen gemeinsam mit der Familie. Jedoch trinken 17 Prozent täglich zuckerhaltige Softdrinks und 30 Prozent essen Süßigkeiten.

Der Konsum von Alkohol hingegen nimmt immer weiter ab. Nur 14 Prozent der Jungen und 10 Prozent der Mädchen geben an, mindestens einmal pro Woche Alkohol zu trinken. Noch 2005 war der Anteil für beide Geschlechter ungefähr doppelt so hoch.

Lebenserwartung ist wieder rückläufig

Nach Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation sollten junge Menschen pro Tag eine Stunde körperlich aktiv sein. Das erfüllen laut dem Bericht nur 16 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Brandenburg. Nur 43 Prozent der Kinder und Jugendlichen treiben außerhalb der Schule Sport. „Diabetes Typ II ist eigentlich eine Alterskrankheit. Das sehen wir immer häufiger bei Kindern zwischen 12 und 16 Jahren. Das sollte für uns sichtlich ein Signal sein“, sagt Müller. Auch sei die Lebenserwartung wieder rückläufig.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen

Kinder und Jugendliche selbst beurteilen ihre eigene Gesundheit insgesamt als gut. Im Vergleich zur vorangegangenen Befragung ist der Wert jedoch etwas zurückgegangen, von 88 auf 84 Prozent. Laut dem aktuellen Bericht haben jedoch psychosomatische Beschwerden deutlich zugenommen. So berichten 40 Prozent der Befragten von mindestens zwei Beschwerden mehrmals wöchentlich. 2018 war der Anteil mit 29 Prozent noch deutlich geringer. Die häufigsten Symptome sind Gereiztheit, Einschlafprobleme und Nervosität. Besonders stark ist der Anstieg bei Mädchen und Schülern an Gymnasien.

Gesundheitsministerin Britta Müller plädiert für ein neues Schulfach „Lebens- und Gesundheitskompetenz“. Hierbei könne es etwa um so Themen gehen, wie ein Mietvertrag abgeschlossen wird, aber auch, welche Schäden durch mangelnde Bewegung oder häufige Handynutzung eintreten können. „Wir müssen Kindern Alternativen aufzeigen zu sozialen Medien, denn sie kennen diese Alternativen gar nicht.“ Zu viel Zeit am Handy führe zu weniger Zeit für Sport und das wiederum zu einer erhöhten psychischen Belastung, so Müller.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

weltbune Banner