Als Dr. Romy Alinsky die Menschen in der Oranienburger St.-Nicolai-Kirche bittet, aufzustehen, wenn sie schon einmal einen geliebten Menschen verloren haben, erhebt sich der gesamte Saal. Ein bewegender Moment, der zeigt, wie viel Schmerz Menschen mit sich tragen, ohne dass man es ihnen ansieht. Jeder hat seine eigene Geschichte, seinen eigenen Verlust. Und doch verbindet sie in diesem Augenblick etwas ganz Wesentliches: die Erkenntnis, dass niemand mit seiner Trauer allein ist.
Alinsky ist Juristin, Trauerrednerin und Trauerbegleiterin. Beim zwölften Brandenburgischen Hospiztag hält sie den zentralen Impulsvortrag. Eingeladen hat der Hospiz- und Palliativverband Brandenburg gemeinsam mit dem Hospiz Oberhavel „Lebensklänge“ und den Oberhavel-Kliniken. Die St.-Nicolai-Kirche ist gut besucht. Ehrenamtliche, Pflegekräfte, Hospizmitarbeiter, Angehörige und Interessierte sind gekommen.
Der Tag steht unter dem Motto „Trauer als Teil des Lebens“. Es wird viel gesprochen, zugehört, zwischendurch gelacht und auch geweint. Niemand muss seine Tränen verstecken. Eine bemerkenswerte Selbstverständlichkeit in einer Gesellschaft, die mit dem Tod noch immer erstaunlich wenig anzufangen weiß.
Tod
Brandenburgischer Hospiztag: Warum Trauer uns alle was angeht
Kann man über den Tod lachen? Und warum reden wir so selten über ihn? Beim Brandenburgischen Hospiztag begegnen sich Trauer, Humor und überraschend viel Lebensfreude.
8 Min
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Eine gut gefüllte Kirche zum 12. Brandenburgischen Hospiztag: Auch Landrat Alexander Tönnies und die Bürgermeisterin richteten persönliche Worte an die Gäste.
© Gina Wendt/Berliner Zeitung
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