UN-Generalversammlung

„Brasilien passt in niemandes Hinterhof“: Lula schießt vor den UN gegen die USA

Der brasilianische Präsident spricht eine deutliche Warnung vor Machtansprüchen in Lateinamerika aus. Im Ukraine-Krieg setzt er weiter auf eine Initiative mit China.

2 Min
Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva. Vor den UN richtete er scharfe Worte in Richtung USA.

Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva. Vor den UN richtete er scharfe Worte in Richtung USA.

© João Pedro Carvalho/imago

Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat bei der UN-Generalversammlung in New York den Einflussanspruch der USA in Lateinamerika kritisiert. „Brasilien gehört in niemandes Hinterhof“, sagte er am Dienstag laut dem in brasilianischen Medien veröffentlichten Wortlaut seiner Rede.

Mit Blick auf die Nähe der Region zur „größten Militärmacht der Welt“ warnte Lula vor einem Wiedererstarken hegemonialer Bestrebungen. Die USA nannte er in dieser Passage nicht ausdrücklich.

Kritik an Zöllen und militärischem Druck

Lula wandte sich gegen ausländische Einmischung in Wahlen und gegen militärische Eingriffe zur Bekämpfung organisierter Kriminalität. Brasilien werde die Verantwortung für den Schutz seiner Grenzen nicht auslagern, sagte er. „Wir brauchen keine Flugzeugträger, die unsere Gewässer überwachen.“ Stattdessen habe er US-Präsident Donald Trump eine Zusammenarbeit gegen Waffenhandel und Geldwäsche vorgeschlagen.

Auch den Einsatz von Zöllen als Druckmittel griff Lula an. Brasiliens Wirtschaft werde sich nicht erpressen lassen, sagte er. Bei der Förderung seltener Erden und anderer wichtiger Rohstoffe müssten ausländische Investoren Wertschöpfung in Brasilien schaffen und Technologie übertragen. Die Äußerungen fallen in eine Phase erneuter Handelsspannungen zwischen Washington und Brasília, wie die South China Morning Post berichtet.

Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva spricht am 22. September 2026 vor der UN-Generalversammlung in New York.

Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva spricht am 22. September 2026 vor der UN-Generalversammlung in New York.

© Bianca Otero/imago

Lula bekräftigt Ukraine-Initiative mit China

Beim Krieg in der Ukraine stellte sich Lula erneut hinter eine gemeinsam mit China angestoßene Initiative. Es werde „keine Sieger auf dem Schlachtfeld“ geben, sagte er. Diplomatie sei die einzige Möglichkeit, den Krieg zu beenden. Die von Brasilien und China gegründete „Gruppe der Freunde des Friedens“ zeige, dass Staaten auf einen Dialog hinarbeiteten.

Die Gruppe wurde im September 2024 bei den Vereinten Nationen ins Leben gerufen. Sie wirbt für eine politische Lösung des Krieges. Lula erneuerte damit seine Unterstützung für den gemeinsamen Vorstoß mit Peking, ohne in seiner Rede konkrete neue Schritte für Verhandlungen anzukündigen.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen
Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner