Brics

Offene Fragen nach dem Iran-Krieg: „Die Brics sind keine Nato des Globalen Südens“

Der Iran-Krieg hat die Brics auf die Probe gestellt. Im Interview erklärt Carlos Gama, warum die Gruppe von Reformen spricht, aber kaum geschlossen handelt, und weshalb man dennoch an Bedeutung gewinnt.

Tushar Shetty
Tushar Shetty
11 Min
Sicherheitstreffen der Brics in Neu-Delhi: Führende Vertreter der Mitgliedstaaten beraten über die geopolitischen Folgen des Iran-Kriegs.

Sicherheitstreffen der Brics in Neu-Delhi: Führende Vertreter der Mitgliedstaaten beraten über die geopolitischen Folgen des Iran-Kriegs.

© Mikhail Tereshchenko/imago

Der Krieg zwischen den USA, Israel und Iran ist mit einem brüchigen Waffenstillstand zu Ende gegangen, die Straße von Hormus soll wieder für den Schiffsverkehr offen sein. Der Krieg hat nach Schätzungen rund 7000 Menschen in der Golfregion das Leben gekostet. Zurück bleibt die Frage, wer die seit Jahren bröckelnde Nachkriegsordnung künftig trägt.

Während Europa über strategische Autonomie und das Ende der transatlantischen Gewissheiten debattiert, richtet sich der Blick zunehmend auf die Brics als mögliche Architekten einer neuen Ordnung. Carlos Frederico Pereira da Silva Gama, Politikwissenschaftler an der Shiv Nadar Institution of Eminence in Indien und Gründer des Brics Policy Center in Brasilien, erforscht die Gruppe seit ihren Anfängen. Im Gespräch erklärt er, warum die Brics weder der antiwestliche Block sind, den Washington fürchtet, noch der Erlöser, den der Globale Süden erhofft.

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