Die Bank of England hat entschieden, welche Motive die nächste Generation britischer Banknoten schmücken sollen: Ein Igel, eine Schleiereule, ein Atlantischer Papageitaucher und eine Dunkle Erdhummel werden künftig auf den Scheinen zu fünf, zehn, zwanzig und fünfzig Pfund abgebildet. Das teilte die britische Notenbank am Donnerstag mit. Welches Tier auf welchem Schein erscheint, ist noch offen.
Mit der Neugestaltung verlieren bekannte Persönlichkeiten wie der frühere Premierminister Winston Churchill, die Schriftstellerin Jane Austen, der Maler William Turner und der Mathematiker Alan Turing ihre Plätze auf den Geldscheinen. Ein Porträt von König Charles III. bleibt auf der Vorderseite der Noten erhalten.
Rotfuchs und Riesenhai fallen durch
Die Auswahl folgt auf eine öffentliche Befragung, an der sich nach Angaben der Bank of England fast eine halbe Million Menschen beteiligten. Dies sei die höchste Resonanz, die eine solche Befragung der Notenbank jemals erhalten habe. Zur Wahl standen 18 heimische Tierarten in drei Kategorien, die ein Expertengremium zusammengestellt hatte.
Die Erdhummel, die Schleiereule und der europäische Igel setzten sich jeweils in ihrer Kategorie durch. Der Papageitaucher wurde ergänzt, um die britische Küste zu würdigen und die Unterscheidbarkeit der Scheine zu erhöhen. Die Vogelart gilt laut Weltnaturschutzunion IUCN als gefährdet. Nicht in die engere Auswahl schafften es unter anderem der Riesenhai, der Grasfrosch und der Rotfuchs.
Victoria Cleland, Direktorin für Zahlungsverkehr der Bank of England, erklärte, die hohe Beteiligung zeige, dass Bargeld weiterhin eine Rolle spiele. Die ausgewählten Tiere stünden für die Vielfalt der britischen Tierwelt und sollten zugleich die Fälschungssicherheit der Scheine erhöhen.
Konservative und Reform kritisieren Entscheidung
Die bereits im März angekündigte Abkehr von historischen Persönlichkeiten hatte politischen Widerspruch ausgelöst. Die Vorsitzende der Konservativen Partei, Kemi Badenoch, warf der Notenbank laut einem Bericht des Guardian vor, die britische Geschichte „auszulöschen“. Nigel Farage, der Chef der rechtsnationalistischen Reformpartei, nannte die Entscheidung „völlig verrückt“. Auch der Liberaldemokrat Ed Davey kritisierte den Schritt.
Bis die ersten neuen Scheine in Umlauf kommen, dürften nach Angaben der Bank of England mehrere Jahre vergehen. Entwurf, Prüfung und Druck seien aufwendig. Die derzeitige Serie war zwischen 2016 und 2021 ausgegeben worden. Ende Februar 2026 waren laut Notenbank Geldscheine im Wert von 91,5 Milliarden Pfund im Umlauf.
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