Die britische Wettbewerbsbehörde CMA hat am Mittwoch verschärfte Vorschläge vorgelegt. Google soll demnach künftig auf Android-Handys und im Chrome-Browser eine erweiterte Auswahl für Suchdienste anzeigen. Erstmals sollen dort auch KI-Assistenten wie ChatGPT von OpenAI oder Perplexity zur Wahl stehen, sofern sie bestimmte technische und Sicherheitsanforderungen erfüllen.
Nach den Plänen sollen Nutzer beim ersten Einrichten eines Android-Handys oder beim erstmaligen Öffnen von Chrome zwischen mehreren Suchmaschinen wählen können. Einmal im Jahr soll Google zusätzlich nachfragen, welchen Dienst der Nutzer als Standard behalten will.
Klare Kennzeichnung von Quellen gefordert
Die Behörde verlangt außerdem, dass die in den Auswahlmenüs gelisteten Anbieter Inhalte von Verlagen fair kenntlich machen. Nutzer sollen erkennen können, woher ein Suchergebnis stammt, und die Originalquelle leicht aufrufen können.
CMA-Chefin Sarah Cardell begründete den Schritt mit dem veränderten Nutzerverhalten. Die Art, wie Menschen online nach Informationen suchten, ändere sich. Die Behörde reagiere darauf, dass KI-Assistenten immer häufiger als Suchdienst genutzt würden - bisher aber in Googles Auswahlmenüs fehlten. Man habe Rückmeldungen von Verlagen, Suchanbietern und Verbraucherschützern berücksichtigt.
Entscheidung bis Jahresende erwartet
Die Vorschläge liegen bis zum 9. Oktober zur öffentlichen Anhörung aus. Eine endgültige Entscheidung will die CMA bis Ende des Jahres treffen. Die Behörde hatte für Google im Oktober 2025 einen besonderen Marktstatus im Bereich allgemeine Internetsuche und Suchmaschinenwerbung festgestellt. Auf dieser Grundlage kann sie gezielt Auflagen erlassen.
Im Juni hatte die CMA Google bereits verpflichtet, die Funktionsweise seiner Suchrankings offener darzulegen. Google muss Verlagen zudem die Möglichkeit zu geben, ihre Inhalte von der Nutzung für KI-Funktionen der Google-Suche auszunehmen.
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