Herbert Blomstedt, der am 11. Juli 99 Jahre alt werden wird, tritt am Donnerstag mithilfe eines Rollators zusammen mit den Berliner Philharmonikern auf, nimmt auf einem Klavierhocker Platz und wird dann mit dem Hubpodium auf Orchesterniveau gebracht, wo sein Notenpult mit der Partitur von Bruckners 7. Sinfonie bereitsteht.
Mag die Form dieses Auftritts mitten unter den Musikern, alle Auftrittsprotokolle außer Kraft setzend, auch der Gebrechlichkeit des Hochbetagten geschuldet sein, so verdeutlicht sie doch die viel gerühmte und unter seinen Berufskollegen vermutlich einzigartige Bescheidenheit dieses Dirigenten.
Blomstedt dirigiert fast nur noch mit Handgelenk und Zeigefinger, zuweilen gerät indes doch der gesamte Oberkörper mit hocherhobenen Armen in Bewegung – aber nicht etwa bei den lauten Stellen, sondern eher, um einen Bewegungsgestus zu verdeutlichen.
Klassik
Bruckner bei den Berliner Philharmonikern: Ein Konzert, das das Publikum niemals vergessen wird
Herbert Blomstedt, 98 Jahre alt, dirigierte Anton Bruckners Siebte in der Philharmonie Berlin tastend. Warum das Konzert am Donnerstagabend so herausragend war. Die Kritik.
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Herbert Blomstedt und Berliner Philharmoniker am 23. April 2026
© Stephan Rabold
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