Mit dem Fahrrad gegen Vorurteile und für die Völkerverständigung: Die Ahmadiyya-Muslim-Jamaat-Gemeinde in Berlin-Pankow hat ihre diesjährige Friedensfahrt bewusst im Osten Deutschlands gestartet. Unter dem Motto „Liebe für alle, Hass für keinen“ werben rund 30 Radfahrer für ein differenziertes Islambild und mahnen in Zeiten globaler Aufrüstung zu Diplomatie und „barmherzigem Miteinander“.
Seit nunmehr zehn Jahren schwingen sich die Mitglieder der Gemeinde regelmäßig in den Sattel, um quer durch die Bundesrepublik ein Zeichen für den Frieden zu setzen. In diesem Jahr lag der Fokus der Route jedoch ganz gezielt auf den neuen Bundesländern. Wie Abdullah Uwe Wagishauser, ein langjähriges Mitglied der Gemeinde, erklärt, wolle man eine „Brücke zwischen Ost und West“ schlagen und im Osten eine stärkere Sichtbarkeit für Muslime schaffen.
„Wir sehen uns ein bisschen im Auftrag als die einzigen sichtbaren Muslime für den Osten“, so Wagishauser, der darauf hinweist, dass dort oft weniger direkter Zugang zu muslimischen Mitbürgern bestehe und Vorurteile daher leichter gedeihen könnten. Die Tour, die nach einem „Warm-up“ in Hamburg und symbolträchtigen Stationen in Berlin – darunter der Reichstag und der Berliner Dom – fortgesetzt wurde, führt die Teilnehmer auch zum Augustusplatz nach Leipzig.
Dieser Ort wurde aufgrund seiner Symbolkraft gewählt, um gerade dort Präsenz zu zeigen, wo Menschen oft mit Ängsten und Gräben konfrontiert sind, heißt es. Angeführt wird die Gruppe unter anderem von Wagishauser, dessen eigene Biografie so ungewöhnlich wie bezeichnend ist. Als ehemaliger „68er“ suchte er nach den materiellen Erfolgen des deutschen Wirtschaftswunders nach tieferer Spiritualität. Seine Reise führte ihn über die Hippie-Bewegung und philosophische Studien schließlich zum Islam. Heute nutzt der passionierte Radfahrer und ehemalige Triathlet den Sport als diplomatisches Mittel.
Moscheegemeinde
„Brücke zwischen Ost und West“: Muslime radeln gegen Krieg und Aufrüstung
Unter dem Motto „Liebe für alle, Hass für keinen“ werben rund 30 Radfahrer für ein differenziertes Islambild. Sie erinnern an Deutschlands Verantwortung als „Friedensnation“.
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Die Khadija-Moschee in Berlin-Heinersdorf setzt sich für „Frieden und gegen Aufrüstung“ ein.
© Imago
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