Brückenplanung verhindert geplante Fertigstellung 2001

Bürgermeister will schnelleren Bahn-Anschluss

Julia Schmidt
3 Min

Die Deutsche Bahn (DB) Projekt GmbH Knoten Berlin beginnt am Ende des Monats mit der Vorbereitung des Planfeststellungsverfahrens für den Bau der S-Bahn von Lichterfelde Süd nach Teltow Stadt. Finanziert wird das 60-Millionen-Projekt von Bund und Land. Bei einem Baubeginn im September 2001 und einer geschätzten Bauzeit von 20 Monaten könnte die 3,2 Kilometer lange Strecke Anfang 2003 befahrbar sein, heißt es. Teltows Bürgermeister Siegfried Kluge will sich jetzt angesichts der Dauerstaus in seiner Stadt um einen schnelleren Anschluss bemühen. Eigentlich sollte die S-Bahn bereits im August 2001 nach Teltow rollen. "Aber der Termin ist nicht zu halten", sagt Ulrich Mehlmann, Abteilungsleiter im Potsdamer Verkehrsministerium. Die Ursache für die Verzögerung sieht er in der Planung der Brücke über die Mahlower Straße. Der Landkreis Potsdam- Mittelmark wollte im Rahmen des regionalen Gesamtverkehrskonzepts auf der Brücke die Trassen für die geplante Straßenbahn von Potsdam nach Teltow freihalten. Die Mehrkosten für die jetzt notwendige Verbreiterung der Brücke soll der Kreis tragen. Da die Finanzierung noch nicht eindeutig geklärt ist, sind als Alternative vorläufig erst einmal Busspuren vorgesehen, um den S-Bahnhof der Stadt an den öffentlichen Nahverkehr anzuschließen. Der Landkreis sieht die Verantwortung für die Verzögerung des Baubeginns jedoch nicht nur bei sich selbst. "Es gibt viele Beteiligte und damit viele Probleme", hieß es am Montag. Die S-Bahn nach Teltow ist heute auch Thema im Kreisentwicklungsausschuss. "Wir sollten auf keinen Fall die Möglichkeit für die Straßenbahnlinie verbauen", sagt Ordnungsdezernent Maximilian Tauscher.Kein Verständnis"Klarheit für die Brücke war die Vorraussetzung für die folgenden Schritte", sagt Mehlmann. Das Planfeststellungsverfahren dauert voraussichtlich etwa 16 Monate. Einen früheren Eröffnungstermin hält Mehlmann für nicht realisierbar.Den aber will Teltows parteiloser Bürgermeister Siegfried Kluge. Ihm ist die Verschiebung um zwei Jahre einfach zu viel. "Im Oktober 1998 hieß es in einem Plan, die Inbetriebnahme kommt im August 2001. Im Juni war es plötzlich 2003", sagt Kluge. Dafür hat er kein Verständnis. Der S-Bahn-Anschluss wird im Auftrag des Landes errichtet. Also hätte sich seiner Ansicht nach auch das Land darum kümmern müssen, dass die Termine eingehalten werden. Kluge will jetzt in einem Brief Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) an ein Versprechen vom August erinnern. "Stolpe sagte während einer Wahlkampfveranstaltung in Teltow, er wolle sich für einen schnellstmöglichen Anschlusstermin einsetzen." Pläne von 1935Dem Bürgermeister dauert vor allem das Planfeststellungsverfahren zu lange. Er sucht jetzt nach Möglichkeiten, es zu verkürzen. Kluge hofft dabei auf Pläne aus dem Jahr 1935. Danach sollte die S-Bahn, die neben der Anhalter Bahn bis zum Bahnhof am Stadtrand führte, auf einer neuen Trasse bis ins Zentrum verlegt werden. Seit 1961 fährt keine S-Bahn mehr bis Teltow. 2003 wird sie in der Mahlower Straße nahe des Ruhlsdorfer Platzes halten."Herr Kluge sollte Realist bleiben. Man muss bei der Planungsprozedur bestimmte Regeln einhalten, daraus ergibt sich dann die Zeitfrage", sagt Abteilungsleiter Mehlmann. Von einem Termin frühestens 2003 geht auch die Deutsche Bahn AG aus.

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