Zugegeben: Der Gegenwartsphilosophie ist es nicht wirklich gelungen, kreative Erkenntnisse aus der Pandemie zu ziehen, die besonders überraschend oder gar neu wären. Als wäre es so, dass sich die Dramatik und Verworrenheit der nun zwei Jahre lang dauernden epidemiologischen Notlage ganz von selbst erklären würde. Es ist ein bisschen wie beim Phänomen Trump: Wo der dramatische Zustand der Dinge sich wie von selbst aufdrängt, braucht es keine Mahner und Analytiker, die das Offensichtliche nur noch komplizierter in Rhetorik verpacken.
Literatur
Bruno Latours „Wo bin ich? Lektionen aus dem Lockdown“: Kafkas Bruder im Geiste
Der französische Philosoph Bruno Latour knüpft sich die Pandemie vor. Anders als seinen Kollegen gelingt es ihm, der Notlage frische Gedanken abzutrotzen.
Stella Jaeger
4 Min
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„Wo bin ich?: Lektionen aus dem Lockdown“, der neue Essayband von Bruno Latour.
© Suhrkamp
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