Ein Jahr Vorsprung vor Rainer Weiss und seinen Weissbooks hat die ehemalige Chefin des Verlags Rowohlt-Berlin, Ingke Brodersen, mit ihren Partnern Rüdiger Dammann und Peter Mathews. Auf der vergangenen Frankfurter Buchmesse hoben sie zusammen mit der Verlagsgruppe Klett ihr Unternehmen Booklett aus der Taufe, dessen englischer Name zur Klett-Gruppe passen sollte. Klett gehört die eine Hälfte des Verlags, die andere den drei Programmleitern. Sie alle haben einmal bei Rowohlt gearbeitet und kennen das Geschäft aus mehreren Blickwinkeln.Wie es die Rückendeckung durch die für Schulbücher bekannte Klett-Gruppe erahnen lässt, haben sich Ingke Brodersen und ihre Mitkämpfer ein pädagogisches Ziel gesetzt. Sie wollen "Wissensbücher" machen, die sich an ein sehr breites, meist junges Publikum richten sollen. So kann man für Werbung und Vertrieb die Möglichkeiten eines Großverlags nutzen. Ein "Abi-Buch" ist zum Beispiel im ersten Programm dabei, ein "Mathematik-Verführer" und ein Buch übers Erwachsenwerden, das der Konversationslexikalist Christian Ankowitsch aus den Erfahrungen der TV-Figur Spongebob destilliert hat. Auch auf das Richtig-Alt-Werden kann man sich vorbereiten, jedenfalls als Mann, mit Wolfgang Michals Werk "Einsame Klasse".Auch in den kommenden Jahren soll es bei sechs bis sieben Titeln je Halbjahr bleiben, und der Verlag in der Berliner Albrechtstraße hofft auf eine durchschnittliche Auflage von 8 000 Exemplaren. Bisher verkauft sich ein "Klima-Knigge" am besten: Er hat in wenigen Wochen schon die Hälfte dieser Zahl erreicht, sagt Rüdiger Dammann. Irgendwann werde der junge Verlag auch expandieren - "aber vorsichtig." (che.)
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