Ostsee

1,3 Millionen Euro: Taucher verklagt Geldgeberin nach Rettung von Buckelwal Timmy

Ein Taucher fordert 1,3 Millionen Euro. Die Geldgeberin will jedoch nicht zahlen. Der Streit landet vor dem Landgericht Schwerin.

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Ein Taucher verklagt die Unternehmerin, die am Rettungsversuch des Wals Timmy beteiligt war, auf 1,3 Millionen Euro.

Ein Taucher verklagt die Unternehmerin, die am Rettungsversuch des Wals Timmy beteiligt war, auf 1,3 Millionen Euro.

© Philip Dulian/dpa

Ein Tauchunternehmer aus Zickhusen bei Wismar hat die Unternehmerin Karin Walter-Mommert offenbar auf rund 1,3 Millionen Euro verklagt. Der Grund ist die Rechnung für eine gescheiterte Buckelwal-Rettung vor der Insel Poel.

Fred Babbel verlangt laut Klageschrift die Begleichung seiner Schlussrechnung. Ein Sprecher des Landgerichts Schwerin bestätigte den Eingang der Klage, mehrere Medien hatten zuvor übereinstimmend darüber berichtet.

1,3 Millionen Euro: Was der Taucher nach der Buckelwal-Rettung fordert

Babbel war während des Rettungsversuchs im April als technischer Dienstleister im Einsatz. Als Generalunternehmer stellte er unter anderem Schlepper und einen Lastkahn bereit, mit dem das geschwächte Tier in Richtung Nordsee gebracht werden sollte.

Nach den Berichten warten auch jene Firmen, die er beauftragt hatte, bis heute auf ihr Geld. Eine außergerichtliche Einigung scheiterte. Trotz mehrerer Schreiben zwischen den Anwälten kamen beide Seiten nicht zusammen.

Warum Karin Walter-Mommert nicht zahlen will

Walter-Mommert verweist auf eine Stellungnahme ihrer Anwälte, die auch im Internet veröffentlicht ist. Daraus geht hervor, dass sie derzeit keine Zahlungen leisten will.

Sie erhebt Vorwürfe: Aus ihrer Sicht seien Vorgaben des Bergungs- und Rettungskonzeptes nicht umgesetzt worden. Zudem fordert sie weitere Unterlagen von Babbel, die den Ablauf der Freilassung des Wals an Bord klären sollen. Einen Vergleichsvorschlag lehnte sie ab.

Streit auch zwischen den beiden Geldgebern

Walter-Mommert und der Media-Markt-Mitgründer Walter Gunz waren im Frühjahr gemeinsam als Geldgeber der privaten Initiative aufgetreten. Über eine Anwältin hatten sie dem Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern erklärt, sämtliche Kosten der Rettung übernehmen zu wollen.

Inzwischen streiten auch die beiden über das Geld. Gunz ließ über seinen Anwalt mitteilen, er habe die Kostenzusage an das Ministerium weder gekannt noch freigegeben. Babbels Forderung richtet sich deshalb allein gegen Walter-Mommert – weil sie nach seiner Darstellung das Angebot seines Unternehmens bestätigt habe.

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Mehr als zwei Millionen Euro: So teuer war die Rettung

Die Gesamtkosten der Aktion bezifferte Walter-Mommert auf mehr als zwei Millionen Euro. Gunz habe davon 300.000 Euro beigesteuert, weitere Zahlungen seien von ihm nicht zu erwarten.

Neben der Klage kommt eine weitere Rechnung auf die Initiative zu. Das Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt stellte den Geldgebern nach eigenen Angaben 139.161,50 Euro in Rechnung.

Davon entfallen 137.859 Euro auf Personalkosten und 1302,50 Euro auf eine Ferienwohnung, die während des Einsatzes als behördlicher Stützpunkt diente. Grundlage sei eine Haftungsfreistellungs- und Kostenübernahmeerklärung, die die Initiative unterschrieben habe. Walter-Mommert widersprach demnach schriftlich, auch die Anwälte von Gunz wiesen die Forderung zurück.

Buckelwal „Timmy“: vom Strand vor Poel bis nach Dänemark

Der Buckelwal „Timmy“ war im März mehrfach in der Ostsee gesichtet worden. Er strandete zunächst vor Timmendorf in Schleswig-Holstein und später vor der Insel Poel.

Wochenlang hielt sich das geschwächte Tier in den flachen Gewässern vor Poel auf. Umweltminister Till Backhaus (SPD) ließ den privaten Rettungsversuch zu – entgegen den Empfehlungen von Wissenschaftlern.

Ende April brachte die Initiative den Wal auf einem Lastkahn in Richtung Nordsee. Am 2. Mai ließ sie ihn rund 70 Kilometer vor Skagen im Skagerrak frei. Fachleute hatten dem Tier zuvor nur geringe Überlebenschancen gegeben. Zwölf Tage später entdeckten Fischer den toten Wal vor der dänischen Insel Anholt.

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