Dänemark

Buckelwal nicht mehr im Lastkahn: „Timmy“ schwimmt in der Nordsee

Der Buckelwal ist in der Nordsee freigesetzt worden. Doch als gerettet gilt das geschwächte Tier damit noch nicht.

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Der Wal befindet sich nicht mehr im Lastkahn.

Der Wal befindet sich nicht mehr im Lastkahn.

© Sebastian Peters/News5/dpa

Der vor der Insel Poel aus einer flachen Ostsee-Bucht geborgene Buckelwal „Timmy“ ist nach Angaben der verantwortlichen Privatinitiative am Samstagmorgen in der Nordsee freigesetzt worden. Der Wal sei gegen 9 Uhr nicht mehr im Lastkahn gewesen, sagte Jens Schwarck, Mitglied der Initiative und beim Transport an Bord, der Deutschen Presse-Agentur.

Der Konvoi befand sich zu diesem Zeitpunkt rund 70 Kilometer von Skagen entfernt im Skagerrak. Auf Drohnenaufnahmen des Livestream-Anbieters News5 war zeitweise ein im Wasser schwimmender Wal zu erkennen.

Ob es sich tatsächlich um das freigesetzte Tier handelte, ließ sich nach Angaben des Anbieters nicht gesichert sagen. Auch zur Art der Freisetzung – ob das Tier eigenständig vom Kahn schwamm oder bugsiert wurde – gab es zunächst keine Informationen.

Wal „Timmy“ hat GPS-Sender

Vor dem Freisetzen sei dem Wal ein GPS-Sender angebracht worden, mit dem sich sein Standort verfolgen ließe, hieß es aus dem Team. Ob die Anbringung gelang und der Sender Daten liefere, war zunächst unklar, sagte Schwarck. Die Senderdaten sollen laut der Rechtsanwältin der Initiative, Constanze von der Meden, ausschließlich Teammitgliedern und dem Umweltministerium von Mecklenburg-Vorpommern zur Verfügung stehen.

Der Lastkahn hatte am Freitag den Übergang zur Nordsee bei Skagen schon fast erreicht, war wegen hohen Wellengangs aber rund 20 Kilometer vor dem nördlichsten Punkt Dänemarks abgedreht. In ruhigerem Wasser wurde am Nachmittag das Absperrnetz an der Rückseite der Barge entfernt. Der Wal verließ den Kahn jedoch über viele Stunden nicht.

Als gerettet gilt das Tier auch nach dem Freisetzen nicht. Nach der langen Liegezeit sei fraglich, ob der Wal noch normal schwimmen und tauchen könne, hatte der Walforscher und Meeresbiologe Fabian Ritter erklärt. Auch die Nahrungsaufnahme sei wegen der in seinem Maul gefundenen Netzteile fraglich.

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Die Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation (WDC) erklärte: „Von einer Rettung kann man erst sprechen, wenn sich der Wal zurück im Nordatlantik befindet und dort langfristig überlebt“. Der vier bis sechs Jahre alte Walbulle war Anfang März erstmals in der Ostsee gesehen worden. In den rund 60 Tagen bis zum Transport lag er etwa zwei Drittel der Zeit in Flachwasserzonen. Am Dienstag war er vor Poel in den Lastkahn bugsiert worden. (dpa)

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