Ostsee-Wal

Obduktion: Buckelwal „Timmy“ war ein Weibchen – Todesursache weiter rätselhaft

Der Kadaver des Ostsee-Buckelwals wurde auf der dänischen Insel Anholt obduziert. Netze im Bauch wurden nicht gefunden, einige Fragen bleiben offen.

3 Min
Die Obduktion des als „Timmy“ bekannten Buckelwals am Strand der dänischen Insel Anholt

Die Obduktion des als „Timmy“ bekannten Buckelwals am Strand der dänischen Insel Anholt

© Kai Moorschlatt/dpa

Nach der mehrstündigen Obduktion des in Deutschland als „Timmy“ bekannten Buckelwals auf der dänischen Insel Anholt ist das Geschlecht des Tieres festgestellt worden: Es handelte sich um ein Weibchen. Die Todesursache blieb dagegen vorerst ungeklärt. Das berichtete der dänische Fernsehsender TV2 unter Berufung auf die dänische Umweltbehörde. Am Freitagmorgen waren demnach alle Überreste des Tieres vom Strand entfernt.

Die Untersuchung hatte am Donnerstagnachmittag begonnen und zog sich bis in den späten Abend. Experten in Schutzanzügen vermaßen den gelb-bräunlichen Kadaver zunächst, ließen mit einem länglichen Messer Gase aus dem aufgeblähten Tier ab und zerlegten es anschließend.

Keine Verletzungen und Fremdkörper - Wie starb der Wal?

Eine eindeutige Todesursache habe das Expertenteam nicht feststellen können, sagte die dänische Biologin Charlotte Bie Thostesen, die an der Obduktion beteiligt war, laut Deutscher Presse-Agentur vor Reportern. Bei Kadavern in diesem Zustand sei das nicht ungewöhnlich, erklärte auch Veterinärmediziner Tim Jensen von der Universität Kopenhagen. Eine Verletzung sei nicht erkennbar gewesen, was auch an der fortgeschrittenen Verwesung liege. Parasiten seien zwar festgestellt worden, für den Tod aber nicht verantwortlich.

Im Maul und im Magen des Tieres seien keine Netze oder andere Gegenstände gefunden worden, sagte Jensen. Damit fanden sich nach Angaben der Experten keine Belege für die zuvor geäußerte Vermutung, der Wal könnte an einem verschluckten Fischernetz gestorben sein. Untersucht werden soll der Kadaver nun zudem auf Vogelgrippe und das Morbillivirus, die in der Vergangenheit bereits zum Tod von Walen geführt haben.

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Teile des Buckelwals kommen ins Museum

Beim Blick in den Körper sei der Uterus entdeckt worden, hieß es. Schwanger sei das Tier in den vergangenen Monaten nicht gewesen. Gewebeproben etwa von Nieren und Leber wurden entnommen. Ergebnisse werden nach Angaben Jensens erst in den kommenden Monaten erwartet.

Für die Forschung sei eine solche Obduktion wertvoll, sagte Thostesen. Buckelwale ließen sich in ihrem natürlichen Lebensraum nur schwer untersuchen. Teile des Skeletts – darunter eine Brustflosse, fünf Rückenwirbel, ein Schulterblatt und das Zungenbein – sollen laut TV2 in die Sammlung des Naturhistorischen Museums in Kopenhagen gehen. Die übrigen Reste lagern in blauen Containern und sollen nach Angaben von Morten Abildstrom vom dänischen Amt für Naturverwaltung Anfang kommender Woche aufs Festland gebracht werden.

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