Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) hat in der Fragestunde des Landtags in Schwerin etwaige Ermittlungen wegen Tierquälerei beim Transport eines Buckelwals von der Ostsee zur Nordsee zurückgewiesen. Das Land habe von der privaten Initiative, die den Rettungsversuch durchführte, eine Haftungsfreistellung erhalten. „Die volle Verantwortung hat diese Initiative übernommen“, sagte Backhaus. Das Land habe die Aktion lediglich geduldet.
Der Meeressäuger war im März und April mehrfach an der deutschen Ostseeküste gestrandet. Entgegen den Empfehlungen von Wissenschaftlern ließ Backhaus einen privaten Rettungsversuch zu, bei dem das Tier in einer Barge – einem flachen Lastkahn – zur Nordsee geschleppt und dort freigelassen wurde. Knapp zwei Wochen später wurde der tote Wal an der dänischen Insel Anholt angespült.
Minister verweist auf Zuständigkeiten anderer Länder
Auf dem Hoheitsgebiet Mecklenburg-Vorpommerns sei dem Tier kein Schaden zugefügt worden, erklärte Backhaus. Was in den Gewässern Schleswig-Holsteins und Dänemarks geschehen sei, die die Barge auf ihrem Weg zur Nordsee durchquerte, „entzieht sich unserer Kenntnis“. Dafür sei das Land nicht verantwortlich.
Auf die Frage der CDU-Abgeordneten Beate Schlupp, ob die Barge für den Transport des zwölf Meter langen Tieres überhaupt geeignet war, antwortete Backhaus, dies sei geprüft und nachgebessert worden. So habe man große Sandsäcke aufgestellt, damit der Wal bei Seegang nicht gegen die Bordwand schlage. Wissenschaftler hätten die Transportfähigkeit des Tieres bestätigt.
Mit der Initiative sei vereinbart gewesen, die Barge in der Nordsee abzusenken und den Wal so ins offene Wasser zu entlassen. Ob die Freilassung tatsächlich auf diese Weise erfolgte, könne er nicht sagen, so Backhaus: „Wie das Tier entlassen worden ist, entzieht sich unserer Kenntnis.“
Timmy, der Wal: Was sein Tod über Deutschland erzählt
Unwürdig: Warum darf der Wal in der Ostsee nicht einfach sterben?
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]