Bürgerinitiative legt Gestaltungsvorschlag für Brandenburgs Neustädtischen Markt vor

Das Loch ist einem Strand gewichen

Katrin Bischoff
3 Min

BRANDENBURG/HAVEL. Die Havel-Stadt Brandenburg ist um eine Attraktion ärmer. Die Baugrube auf dem Neustädtischen Markt, jenes "Loch", das der Stadt in den vergangenen Monaten zu mancher Schlagzeile verholfen hat, ist zu. Im Drei-Minuten-Takt fuhren 19 Großkipper, die für die "Loch-zu"-Aktion am vergangenen Wochenende im Einsatz waren, Kies heran. Insgesamt 3 300 Kubikmeter verschwanden in der riesigen Grube, die den Markt seit sieben Jahren verschandelt hatte. Die rund 200 000 Euro teure Aktion wurde von Unternehmen der Stadt und Sponsoren finanziert, nachdem der Bad Hersfelder Unternehmer Rosco von seinem Vorhaben abgesprungen war, auf dem Gelände eine Rathausgalerie zu errichten. Am Dienstag nun übergab die "Loch-zu"-Initiative, die städtischen Unternehmen und Privatpersonen ins Leben gerufen hatten, den zugeschaufelten Platz der Stadt und legte gleichzeitig einen eigenen Gestaltungsvorschlag für das Areal vor."Wir fordern von der Stadt, dass sie für den Platz zügig eine Zwischenlösung findet", sagte Dietlind Tiemann, Chefin der Initiative und zugleich CDU-Kreisvorsitzende. So sollte in der nächsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung Ende August ein Beschluss zur Gestaltung gefasst werden. "Bis ein neuer Investor gefunden ist und der auch mit dem Bauen anfängt, vergehen wieder Jahre", so Tiemann. Es sei eine alte Weisheit, dass Provisorien am längsten bestehen. Sollte es im Stadtparlament keinen Beschluss geben, biete sich die Initiative an, den Platz auch noch auf eigene Kosten mit Schlacke zu befestigen.Die Bürgerinitiative favorisiert als Zwischenlösung für den Neustädtischen Markt ein Konzept des Architekten Uli Krieg. Krieg hatte seinen Vorschlag den Stadtverordneten schon 1999 vorgelegt, als klar war, dass Rosco so schnell nicht bauen würde. Damals allerdings ohne Erfolg. "Der Platz sollte eine hohe Nutzungsvielfalt aufweisen aber auch schnell wieder zurückgebaut werden können, wenn es einen Investor gibt", sagte Krieg am Dienstag. Der Architekt will die Marktfläche versiegeln und durch in den Boden eingelassene Klinker oder Backsteine die einstige historische Bebauung nachzeichnen. Stahlplatten sollen dann darüber Auskunft geben, welche Räume sich einst unter dem Plaster befanden.Den Neustädtischen Markt selbst würde Krieg in drei Zonen einteilen: Einen Platz für den Wochenmarkt, ein Areal für 60 Parkplätze und eine multifunktionale Aktionsfläche, die eine Zeltüberdachung bekommt. Hier könnten beispielsweise Konzerte stattfinden. "Wenn ein angrenzendes Parkhaus fertig ist, dann kommen die Parkplätze weg", versicherte "Loch-zu"-Chefin Tiemann. Sie ging damit auf die Kritik des amtierenden Oberbürgermeisters Norbert Langerwisch (SPD) ein, der keine Parkflächen auf dem Gelände haben will. "Bis das Parkhaus steht, müssen wir den Brandenburgern aber die Möglichkeit geben, mit dem Auto zum Einkaufsbummel zu fahren", so Tiemann. Auf dem Platz sollen nach Vorstellung des Architekten Parkbänke stehen und Bäume - letztere allerdings in Pflanzkübeln. "Eben weil der Platz bei einer Bebauung schnell frei gemacht werden muss", sagte Krieg. 350 000 Euro würde die Umsetzung des Plans kosten.Jetzt sieht der Neustädtische Markt aus wie ein Sandstrand. Grund genug, hier am 16. August ein Volleyball-Turnier zu veranstalten. "Die Menschen hier sollen den Neustädtischen Markt langsam wieder annehmen", sagte Tiemann."Es ist eine alte Weisheit, dass Provisorien am längsten bestehen. " Dielind Tiemann, Vorsitzende der "Loch-zu"-Initiative

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen
Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner