Bürgermeister: Beseitigung der Mängel kostet 50 000 Mark

Risse im Haus der neuen Verwaltung

Michael Dörschel
2 Min

Das erste nach der Wende im Land Brandenburg errichtete neue Gemeindezentrum in Eiche (Landkreis Barnim) weist 18 Monate nach der Einweihung bereits erhebliche Baumängel auf. Fast alle Fenster im Kita-Bereich zeigen einen Blaufäule-Befall und müssen ausgetauscht, die verzinkten und lackierten 20 Metall-Türrahmen erneuert werden. In den durchgerosteten Rahmen sind Fünf-Mark-Stück große Löcher. In der äußeren Holzverkleidung des verklinkerten Flachbaus zeigen sich Risse. Auch das Mauerwerk im Inneren hat Risse, weil sich der Bau setzt. In den Verwaltungsräumen der Gemeinde gibt es fast überall Feuchtigkeitsspuren "Das Wasser kommt von unten, weil wahrscheinlich nicht richtig isoliert wurde", sagt Bürgermeister Bernd Heidenreich (parteilos). Auch das Parkett im Saal verformt sich.Schäden im Sommer beseitigenDie Gemeinde hat das rund fünf Millionen Mark teure Objekt fast gänzlich ohne Fördermittel errichtet. Lediglich für die Planung gab es eine finanzielle Beihilfe vom Kreis. "Bei dem heutigen Stand der Technik dürfen solche Mängel nicht auftreten", sagt Heidenreich. Ein Gutachter habe festgestellt, dass für die Fensterrahmen mit Pinienholz das falsche Material verwendet wurde. Eiche hätte es sein müssen. Außerdem weise der verarbeitete Mörtel einen zu hohen Chloridgehalt auf. Das führe zu einer schnellen Korrosion der Türrahmen. Im kommenden Sommer sollen die Mängel beseitigt werden. "Ich gehe davon aus, dass die am Bau beteiligten Firmen für die Schäden aufkommen, denn wir sind noch in der Garantiezeit", sagt Heidenreich. Außerdem gebe es eine Ausfallbürgschaft für die Unternehmen, die nicht mehr existierten. Fünf der zehn Betriebe, die das Gemeindezentrum errichtet haben, sind mittlerweile in Konkurs gegangen. Heidenreich rechnet damit, dass die Beseitigung der Schäden weit über 50 000 Mark kosten wird. "Da würden die Mittel von der Ausfallbürgschaft reichen", sagt der Bürgermeister. Allerdings sei noch nicht geklärt, ob die Gemeinde Eiche für die Sanierung selbst etwas dazuzahlen müsse.Büros waren in alter BarackeDie Verwaltung der rund 1 700 Einwohner zählende Umlandgemeinde hatte vor ihrem Einzug in die neuen Büros in einem über 40 Jahre alten, abbruchreifen Barackenbau gearbeitet. In dem neuen Gebäude ist neben der Gemeindeverwaltung, der Kita und dem Hort die Bibliothek des Ortes untergebracht. Gleichzeitig haben hier auch die Gemeindeschwester und der Arzt ihre Praxis-Räume. Der rund 120 Personen fassende Saal steht allen Vereinen von Eiche zur Verfügung. Zudem wurde auf dem etwa 5 000 Quadratmeter großen Gelände ein Lebensmittelmarkt errichtet.

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