Onlinespiel

„Build the Wall“: Onlinespiel des Weißen Hauses sorgt für Ärger mit Tetris

Die Trump-Regierung bewirbt ihre Politik auf ihrer Website mit Varianten bekannter Videospiele. Beim Spiel „Build the Wall“ sieht Tetris seine Rechte verletzt – und prüft mögliche Schritte.

3 Min
US-Präsident Donald Trump. Zu seiner Politik finden sich nun mehrere Spieleklassiker auf der Webseite des Weißen Hauses.

US-Präsident Donald Trump. Zu seiner Politik finden sich nun mehrere Spieleklassiker auf der Webseite des Weißen Hauses.

© Al Drago/imago

Die Tetris Company hat sich von einem neuen Videospiel des Weißen Hauses distanziert und eine mögliche Verletzung ihrer Urheberrechte angedeutet. Das Unternehmen sei an der Entwicklung von „Build the Wall“ („Bau die Mauer“) nicht beteiligt gewesen, erklärte es am Freitag in einem Beitrag auf X. „Wir nehmen Urheberrechtsverletzungen sehr ernst“, hieß es darin weiter.

Das Spiel ist Teil einer am Donnerstag gestarteten Online-Spielesammlung, mit der das Weiße Haus die Politik von US-Präsident Donald Trump bewirbt. Bei „Build the Wall“ müssen die Spieler herabfallende, an Tetris erinnernde Blöcke zu einer Mauer zusammensetzen. Damit sollen Zombies und außerirdisch wirkende Figuren daran gehindert werden, die Südgrenze der USA zu überqueren.

Die offizielle Seite des Weißen Hauses trägt den Untertitel „Zombie Border Siege“. Erreichen die Blöcke den oberen Bildschirmrand, endet die Partie mit dem Hinweis „Border Breached“ – die Grenze sei durchbrochen worden.

„Bei Tetris glauben wir an die Kraft der Verbindung und daran, Menschen zusammenzubringen, nicht sie zu spalten“, erklärte das Unternehmen auf X.

Ein Sprecher sagte dem Branchenmagazin Variety, das Weiße Haus habe weder die Marke noch das geistige Eigentum von Tetris für das Spiel lizenziert oder deren Verwendung genehmigt. Das Unternehmen prüfe den Vorgang. Ob es rechtlich gegen die Regierung vorgehen werde, blieb zunächst offen.

Weißes Haus kopiert mehrere Spieleklassiker

„Build the Wall“ ist eines von derzeit fünf Spielen auf der Plattform. Auch „Rio Run“, bei dem ein Grenzbeamter Menschen am Rio Grande aufgreift und die Zahl der Abschiebungen erhöht, orientiert sich erkennbar am Spieleklassiker „Snake“.

Weitere Titel werben für Trumps Kinder-Sparkonten und die Gesundheitsinitiative „Make America Healthy Again“. Bei „Flappy Bill“, einer Variante von „Flappy Bird“, trägt ein Weißkopfseeadler ein Gesetz durch Hindernisse über der National Mall.

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Auch die Werbung für die Plattform greift nach Angaben von Bloomberg bekannte Markenwelten auf. Videos orientieren sich an Startbildschirmen von Xbox, PlayStation und Nintendo. In einer Animation wurde zudem der Sega-Schriftzug in „MAGA“ umgewandelt, eine Anspielung auf Trumps Motto „Make America Great Again“. Die betroffenen Unternehmen äußerten sich zunächst nicht dazu.

Für Tetris könnte die Gestaltung des Spiels rechtlich relevant sein. Das Unternehmen setzte sich im Jahr 2012 vor einem US-Gericht gegen den Anbieter eines Tetris-Nachbaus durch. Das Urteil bestätigte, dass nicht nur der Programmcode, sondern unter bestimmten Umständen auch das charakteristische Erscheinungsbild und Spielgefühl urheberrechtlich geschützt sein können.

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