Der größte Teil des zehn Hektar großen Areals für den Neubau des Bundesnachrichtendienstes (BND) ist bereits im Besitz der öffentlichen Hand - aber noch fehlt ein Stück. Damit die BND-Zentrale wie geplant an der Chausseestraße in Mitte errichtet werden kann, muss der Bund erst noch das Eckgrundstück an der Chaussee-/Ecke Habersaathstraße erwerben. Das bestätigte gestern Thomas Leitschuh von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben der Berliner Zeitung. Auf dem Eckgrundstück befindet sich zurzeit noch eine Tankstelle der Kette Total. Leitschuh sagte, "wir stehen in Verhandlungen". Das Unternehmen solle einen Ersatz in der näheren Umgebung erhalten, um den Betrieb der Tankstelle dort weiterzuführen. Zu den Preisvorstellungen von Total äußerte sich Leitschuh nicht. Derzeit ist der überwiegende Teil der Flächen für die BND-Zentrale im Besitz des Landes Berlin. Es hat sich bereits vor geraumer Zeit bereit erklärt, die Grundstücke für den BND zur Verfügung zu stellen. Noch in diesem Jahr soll das Areal an den Bund verkauft werden.Die neue BND-Zentrale soll, wie berichtet, im Jahr 2011 ihren Betrieb an der Chausseestraße aufnehmen. Rund 4 000 Mitarbeiter, die jetzt noch in Pullach tätig sind, sollen dann in die Hauptstadt umziehen. Die Kosten für den Bau werden mit rund 720 Millionen Euro angegeben. Gebaut werden soll die Zentrale des Auslandsgeheimdienstes nach einem Entwurf des Berliner Architekten Jan Kleihues. Er plant hinter einem drei Meter hohen Zaun einen gut 30 Meter hohen Gebäude-Komplex, der von einem Graben umgeben wird. Die Reaktionen auf den am Montag präsentierten Entwurf fielen gestern eher verhalten aus. Mittes Bezirksbürgermeister und Berlins CDU-Landeschef Joachim Zeller sprach von einer "ambitionierten Architektur". Der BND präsentiere sich "sehr selbstbewusst" in der Stadt. Der Präsident der Berliner Architektenkammer, Jörn-Peter Schmidt-Thomsen, sagte, die BND-Zentrale sei "vom Thema ein Hochsicherheitsgebäude". Mit solchen Häusern könne man "keine Stadtromantik betreiben". Ein architektonisches Werturteil könne und wolle er jetzt aber nicht abgeben. "Das muss man am Bauwerk tun." Es sei jedoch klug gemacht, dass das Gebäude etwas tiefer im Gelände stehe, weil es dadurch nicht so hoch hinaus rage, sagte Schmidt-Thomsen. Zugleich kritisierte er das beschränkte Wettbewerbsverfahren zum Neubau der BND-Zentrale, an dem sich nur Büros mit einer bestimmten Mitarbeiterzahl beteiligen durften, die zuvor bereits für den Bund gearbeitet haben. Dadurch sei es nicht möglich gewesen, eine breite öffentliche Entwurfsdebatte zu führen. Sicherheitsbedenken als Argument wollte Schmidt-Thomsen nicht gelten lassen. Selbst für die Nato-Zentrale in Brüssel habe es einen öffentlichen Wettbewerb gegeben.Ausstellung: Alle sechs Entwürfe für den BND-Neubau sind bis 4. März im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Fasanenstraße 87, zu sehen: Mo bis Do 10-17 Uhr, Fr 10-15 Uhr.
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