Im Fall des versuchten Drohnenanschlags auf den Flughafen Leipzig/Halle sind die Ermittlungsbehörden nach Medienberichten zwei Tatverdächtigen auf der Spur. Wie Die Zeit berichtet, führt die Bundesanwaltschaft ein Verfahren gegen zwei Beschuldigte. NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung meldeten übereinstimmend, dem Bundeskriminalamt sei die Identifizierung der beiden Verdächtigen gelungen. Die Bundesanwaltschaft wollte sich auf Anfrage nicht dazu äußern.
Bei den Beschuldigten handelt es sich den Berichten zufolge um einen gebürtigen Russen mit lettischer Staatsangehörigkeit sowie um einen aus Belarus stammenden Mann mit russischem Pass.
Einreise über Italien und Berlin
Der belarussische Verdächtige mit russischem Pass sei bereits im Baltikum strafrechtlich in Erscheinung getreten, berichteten NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung. Seine DNA sei sichergestellt worden. Er sei mit einem italienischen Touristenvisum in den Schengenraum eingereist, das Ende April von einer italienischen Auslandsvertretung in Minsk ausgestellt worden sein soll.
Der zweite Verdächtige, ein Mann mit lettischem und russischem Pass, soll den Berichten zufolge eine zentrale Rolle bei der Vorbereitung des Anschlags gespielt haben. Er sei als logistischer Helfer und Instrukteur tätig gewesen, Ende Juli über den Berliner Flughafen BER eingereist und mit einem Mietwagen nach Sachsen weitergefahren. Zwei Tage vor dem vereitelten Anschlag habe er Deutschland per Flugzeug wieder verlassen.
Sprengstoff und Zünder an Bord
In der Nacht zum 5. August war auf dem Gelände des Flughafens in Leipzig eine Drohne aufgefunden worden, die mit professionellem Sprengstoff und einem Zünder ausgestattet war. Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion.
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Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) erklärte auf einer Pressekonferenz am Dienstag, die Erkenntnisse der Sicherheitsbehörden deuteten „auf beteiligte Personen hin, die im Auftrag russischer staatlicher Stellen gehandelt haben“. In dem Angriff erkenne man das „bekannte Muster hybrider russischer Operationen in Europa“. Moskau weist die Vorwürfe zurück. (mit dpa)
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