Die Bundesanwaltschaft hat in Berlin Anklage gegen sieben mutmaßliche Mitglieder der islamistischen Hamas erhoben. Sie sollen an der Vorbereitung eines Anschlags auf israelische oder jüdische Ziele in Deutschland oder Österreich beteiligt gewesen sein, wie die Karlsruher Behörde mitteilte. Nach ihren Angaben plante die Organisation einen konkreten Anschlag rund um den zweiten Jahrestag des Hamas-Überfalls auf Israel am 7. Oktober 2023.
Als potenzielle Ziele nannte die Bundesanwaltschaft „Repräsentanten Israels, Menschen jüdischen Glaubens oder proisraelisch eingestellte Personen“. Ranghohe Funktionäre der Palästinenserorganisation sollen die Tat spätestens seit Sommer 2024 vorbereitet haben. Die Angeklagten seien federführend an der Waffenbeschaffung und Tatplanung beteiligt gewesen.
Waffenarsenal in Berlin sichergestellt
Die ersten drei Verdächtigen wurden laut Bundesanwaltschaft am 1. Oktober 2025 in Berlin festgenommen – kurz vor dem mutmaßlich geplanten Tatzeitpunkt. Die Gruppe habe zu diesem Zeitpunkt bereits 13 Pistolen, ein vollautomatisches Gewehr und mehr als 700 Schuss Munition beschafft. Der militärische Arm der Hamas, die Kassam-Brigaden, habe bereits vor längerer Zeit begonnen, Waffendepots für Anschläge in Europa anzulegen.
In den Folgemonaten seien sechs weitere Verdächtige in Deutschland, Dänemark, Großbritannien und Zypern festgenommen worden. Von einem konkreten Anschlagsplan geht die Behörde eigenen Angaben zufolge seit Juni aus, nachdem bei einem Beschuldigten ein vorbereitetes Bekennervideo gefunden worden war.
Neunter Verdächtiger noch in Großbritannien
Von neun Beschuldigten wurden nun sieben angeklagt. Ein in Großbritannien gefasster Verdächtiger sei noch nicht nach Deutschland überstellt worden. Er soll laut Bundesanwaltschaft an die Führungsebene der Hamas angebunden gewesen sein, Teile der Waffen nach Wien gebracht und das Bekennervideo erstellt haben.
Unter den sieben Angeklagten sind zwei Deutsche sowie jeweils ein dänischer und ein bulgarischer Staatsbürger. Die drei weiteren wurden im Libanon geboren. Ihnen werden Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat sowie Verstöße gegen das Waffen- und Kriegswaffenkontrollgesetz vorgeworfen. Über die Eröffnung eines Hauptverfahrens entscheidet der Staatsschutzsenat des Berliner Kammergerichts.
USA erinnern an Terror vom 11. September: USA laut Trump „erneut auf die Probe gestellt“
Problem-Straßen in Sachsen-Anhalt: Hier droht die nächste Großbaustelle
Die Hamas ist in Deutschland seit November 2023 mit einem umfassenden Betätigungsverbot belegt. Auch die EU und die USA stufen sie als terroristische Organisation ein. (mit AFP)
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]