Bundesbauministerium verzichtet auf Gelände in der Neustadt / Vereinsvorsitzender rechnet mit Millionen-Investitionen

Chancen des SSV auf einen neuen Platz gestiegen

Elmar Schütze
3 Min

Die Chancen des vom Bau der Wasserstadt Oberhavel betroffenen Spandauer SV, in der gewohnten Umgebung der Neustadt zu bleiben, sind gestiegen. Ein Umzug auf das etwas nördlich gelegene Gelände der ehemaligen Alexander-Barracks scheint in absehbarer Zeit möglich.Möglich wurde diese neue Entwicklung durch die Verhandlungsbereitschaft des Bundesbauministeriums. Die oft als schwerfällig bezeichnete Behörde erwies sich diesmal als flexibel. "Der Bund hat den Vorschlag erneuert, auf die Barracks zu verzichten, wenn wir dafür einen angemessenen Ersatz bekommen", sagt Ministeriums-Mitarbeiter Guido Zielke. Wie berichtet, wollten die Bonner auf dem früher von den britischen Alliierten genutzten Areal zwischen Neuendorfer und Schönwalder Straße Wohnungen für Bundesbedienstete bauen.Ein Ringtausch scheint es möglich zu machen: "Es gibt die Überlegung, daß wir auf ein Polizeigelände an der Malteser Straße in Berlin-Lankwitz gehen. Der schon als Bauland ausgewiesene Platz würde uns reichen", so Zielke. In Lankwitz hat die Polizei Gerät in Bunkern gelagert. Nach Wünschen des Bauministeriums ziehen die Ordnungshüter mit Sack und Pack auf frühere britische Liegenschaften in Ruhleben. Die sogenannte "Fighting City" der Briten biete dafür genug Raum. Und sie liege nahe der Ausbildungskaserne an der Charlottenburger Chaussee.Noch ist der Ringtausch aber nicht perfekt. Eine Entscheidung der Senatsinnenverwaltung steht noch aus. Dort wußte bis gestern niemand etwas von der neuen Situation.Spandaus Sportstadtrat Fredy Stach (SPD) freut sich über die Entwicklung. Das Bezirksamt habe sich die Suche nach einem neuen Platz in angestammter Umgebung zur Aufgabe gemacht. "Wir haben es geschafft, den SSV auf die sogenannte Klemann-Liste zu kriegen", so Stach. Berlins Sportsenator Jürgen Klemann (CDU) hat ein Papier erarbeitet, in dem notleidende Vereine mit oberster Priorität geführt werden. Doch der Bezirk hatte auch schon über andere Alternativen nachgedacht: "Wir hätten dem Bund vielleicht ein Gelände an der SchmidtKnobelsdorf-Straße zum Wohnungsbau zur Verfügung gestellt. So ist es aber noch besser", sagt Stach.Auch der Verein ist zufrieden mit den Signalen in Sachen Alexander-Barracks. "Das Gelände wäre ausreichend und für uns eine gute Basis", so der SSV-Vorsitzende Wilfred Lange. Besser als das zuvor angebotene Helmut-Schleusener-Stadion am Askanierring seien die Barracks allemal. Der dortige Platz, den der SSV zu "sicherheitsrelevanten Spielen" nutzt - in dieser Saison einmal gegen den 1. FC Union - ist unbeliebt. "Dort herrscht eine Atmosphäre wie bei Auswärtsspielen", so Lange.Doch auch das Spielfeld in den Barracks entspricht noch lange nicht den Richtlinien des Fußballverbands. "Das ganze sieht aus wie das Maifeld: Ein früher sehr gepflegter Rasen, der jetzt heruntergekommen ist. Dazu kommen völlig verrottete Laufbahnen", sagt Lange. Der Bauunternehmer schätzt das Investitionsvolumen auf den Barracks auf "mehrere Millionen." Über diese Kosten müsse noch geredet werden. +++

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