Polizeistatistik

Bundespolizei verzeichnet weniger Aufenthaltsverstöße – Mehrheit der Rückführungen scheitert

Die Bundespolizei zieht ihre Bilanz für das Jahr 2025. Es gab insgesamt weniger Straftaten, allerdings auch mehr Gewaltdelikte und Angriffe auf Polizisten.

3 Min
Die Bundespolizei hat in ihrem Jahresbericht für 2025 weniger Straftaten festgestellt als im Vorjahr.

Die Bundespolizei hat in ihrem Jahresbericht für 2025 weniger Straftaten festgestellt als im Vorjahr.

© Sven Hoppe/dpa

Die Bundespolizei hat ihren Jahresbericht für 2025 vorgelegt und dabei weniger Straftaten verzeichnet. Vor allem Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz sanken deutlich, auch wenn die meisten geplanten Rückführungen laut Bundespolizei scheiterten.

Auf der anderen Seite wurden mehr Gewaltdelikte registriert, ebenso stieg die Zahl der Angriffe auf Polizeibeamte. Etwas mehr als die Hälfte der Gewalttatverdächtigen hatte die deutsche Staatsbürgerschaft.

Weniger Aufenthaltsverstöße senken Zahl der Straftaten

Die Gesamtzahl der im Zuständigkeitsbereich der Bundespolizei registrierten Straftaten sank um 5,8 Prozent auf rund 604.700. Grund dafür sind vor allem weniger festgestellte Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz, diese sanken um 21,4 Prozent auf 194.674 Fälle. Seit dem 16. September 2024 gibt es an allen deutschen Landesgrenzen Kontrollen bei Einreisen, im Mai 2025 wurden diese intensiviert.

Bundespolizeipräsident Dieter Romann sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Die flexiblen und smarten Grenzkontrollen haben auch 2025 ihre Wirkung gezeigt.“ Ob sie fortgesetzt würden, hänge auch vom Gelingen der Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems ab. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat eine Lockerung in Aussicht gestellt, sollte die Reform wie erhofft funktionieren.

Von 58.795 geplanten Rückführungen im vergangenen Jahr scheiterten 34.848. In mehr als 33.000 Fällen kam es bereits vor der Übergabe durch die Länder an die Bundespolizei nicht zur Abschiebung. In 1353 Fällen wurden Rückführungen nach der Übernahme abgesagt, vor allem weil Transportunternehmen die Beförderung verweigerten oder sich der Zielstaat querstellte. Insgesamt 23.947 Menschen wurden laut Bundespolizei zurückgeführt, die Zahl der Rückführungsmaßnahmen stieg um 7,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen

Mehr Gewaltdelikte und Angriffe auf Polizisten

Die Zahl der Angriffe auf Einsatzkräfte der Bundespolizei ist im vergangenen Jahr um 7,4 Prozent auf 3185 gestiegen. Neben Faustschlägen und Tritten zählen dazu auch Bisse und Spuck-Attacken. Verletzt wurden den Angaben zufolge 818 Polizisten, ein Anstieg um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 53 Prozent der Angreifer standen laut Bundespolizei unter dem Einfluss berauschender Mittel.

Die Zahl der Gewaltdelikte stieg im Vergleich zum Vorjahr um 4,2 Prozent auf rund 35.400 Fälle. Dazu zählen laut Eingangsstatistik der Bundespolizei sämtliche Körperverletzungs- und Raubdelikte, Straftaten gegen das Leben, Widerstand gegen die Staatsgewalt sowie Taten gegen die persönliche Freiheit und die öffentliche Ordnung. Der Anteil deutscher Staatsangehöriger unter den bekannten Tatverdächtigen lag bei 53 Prozent. Ein Messer wurde bei 3,9 Prozent aller Gewaltdelikte mitgeführt. Sexualdelikte blieben mit 2822 Feststellungen auf etwa gleichem Niveau wie im Vorjahr.

Die Zahl der Beschäftigten der Bundespolizei stieg um 0,7 Prozent auf 55.369 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Stichtag 31. Dezember.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner