Bundesprüfer schlagen vor, dass in den Parks bald Eintritt kassiert wird

Schlösserstiftung will mehr Geld verdienen

Martin Klesmann
3 Min

POTSDAM/BERLIN. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG) will mehr Geld verdienen und prüft in diesem Zusammenhang auch, ob Schlossparks wie in Sanssouci und Charlottenburg nur noch gegen Eintritt betreten werden dürfen. Dies sagte Generaldirektor Hartmut Dorgerloh, der seit gut eineinhalb Jahren für die einzigartige Schlösserlandschaft in Potsdam und Berlin verantwortlich ist. Doch auch entlegene Schlösser wie das in Rheinsberg werden von den derzeit insgesamt 480 festen Mitarbeitern der Stiftung umsorgt. Dorgerloh selbst hält es allerdings für wenig praktikabel, Eintrittsgelder für die Schlossparks zu verlangen. "Dafür sind diese Gartenanlagen einfach zu groß", sagte er. Zudem würde dies etliche Anwohner und auch Hoteliers behindern, denen die Zugangswege versperrt würden. Um ihre Einnahmen zu verbessern, denke die Stiftung vielmehr an eine bessere Vermarktung ihrer Bildrechte, an eine umfangreiche Parkraumbewirtschaftung rund um die Schlösser und Gärten, aber auch an Kommerzveranstaltungen an den hochherrschaftlichen Orten. Dorgerloh: "Vielleicht ein Weihnachtsmarkt im Oranienburger Schloss." Der 41-Jährige betonte zugleich, dass die Schlösserstiftung seit 1995 ihre Eigeneinnahmen ohnehin bereits verdoppelt habe.In den vergangenen Monaten hatte die Generaldirektion in Potsdam die peniblen Prüfer des Bundesverwaltungsamtes im Hause. Die schauten genau hin, wie effizient die Stiftung arbeitet. Schließlich kommt der Großteil des Stiftungsetats in Höhe von 50 Millionen Euro von Bund, Berlin und Brandenburg, nur ein Viertel sind Eigeneinnahmen der Stiftung, davon werden sieben Millionen Euro jährlich durch den Ticketverkauf eingenommen. Die Prüfer haben der Stiftung abschließend 134 Verbesserungsvorschläge unterbreitet. Dorgerloh und seine Vertrauten, die ohnehin als Modernisierer in der traditionell konservativen Generaldirektion gelten, haben die meistens dieser Empfehlungen bereitwillig aufgenommen und wollen sie nun umsetzen. So sollen in den kommenden fünf Jahren etwa 100 feste Mitarbeiter, die als Schlossführer, an der Kasse oder als Aufsicht arbeiten, durch freie Mitarbeiter oder Fremdfirmen ersetzt werden. "Es ist nicht immer gut, wenn ein Schlossführer schon zwanzig Jahre die gleichen Führungen macht", sagte Dorgerloh. In den kommenden Monaten wird sich die Stellenzahl in der Schlösserstifung aber zunächst eimal auf 531 erhöhen. Denn in der Verwaltung wird es zahlreiche Änderungen geben. So wird eine eigene Abteilung Schlossmanagement entstehen. Auch die 15 Kastellanen, die jeweils für ein Schloss verantwortlich sind, werden mehr Rechte bekommen. Sie sollen ihre Schlösser für Besucher noch interessanter machen und auch mal darauf achten, dass die Heizkosten nicht allzu sehr steigen. Fianzierung gesichertZugleich soll das Dokumentations- und Informationszentrum zentralisiert und technisch aufgewertet werden. "Wissenschaftler und andere Interssierte finden sich dann leichter zurecht", sagte Dorgerloh. Auch die Marketingabteilung werde gestärkt. Keine Sorgen macht sich Dorgerloh um die Finanzen der Stiftung. Sowohl Berlins Finanzsenator Thilo Sarrazin wie auch Brandenburgs Finanzministerin Dagmar Ziegler (beide SPD) hätten ihm während der Stiftungsratssitzung am Donnerstag zugesichert, dass beide Länder trotz dramatischer Haushaltslage bei den Zuweisungen keien Abstriche machen werden, sagte Dorgerloh.Die Stiftung // Weltkulturerbe: Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten pflegt das Weltkulturerbe in Potsdam und im Südwesten Berlins. Dazu gehören das Neue Palais und Schloss Cecilienhof sowie der Neue Garten in Potsdam, die Schlösser Sanssouci und Babelsberg mitsamt ihren Parkanlagen sowie Schloss Sacrow, Schloss und Jagdschloss Glienicke am Wannsee sowie die Berliner Pfaueninsel.Schlösser: Auch die Schlösser Oranienburg, Königs Wusterhausen, Rheinsberg, Caputh und Paretz in der Mark Brandenburg sind im Besitz der Schlösserstiftung. In Berlin gehören außerdem Schloss und Garten Charlottenburg sowie das Jagdschloss Grunewald zur Stiftung.

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