Verteidigung

Bundeswehr beteiligt sich erstmals an Nuklearübung der französischen Armee

Am Donnerstag namen Kampfjets an der Übung teil, um den Beginn der Nuklear-Kooperation zu markieren.

2 Min
Der Deutsch-Französische Verteidigungsrat mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU, m.) traf am Donnerstag zusammen.

Der Deutsch-Französische Verteidigungsrat mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU, m.) traf am Donnerstag zusammen.

© Political-Moments/imago

Die Bundeswehr beteiligt sich erstmals an einer Nuklearübung der französischen Armee. Die deutschen Soldaten sollen sich im konventionellen Bereich beteiligen, heißt es in der Abschlusserklärung des deutsch-französischen Sicherheits- und Verteidigungsrats, der am Freitag auf dem Fliegerhorst in Nörvenich (Nordrhein-Westfalen) zusammengetroffen war.

Die Verlegung französischer Rafale-Kampfjets nach Nörvenich sei ein „erster operativer Schritt der strategischen Zusammenarbeit“, heißt es weiter. Eingerahmt von zwei französischen Rafale- und zwei deutschen Eurofighter-Kampfjets tagte die Runde, an der auch die Außen- und Verteidigungsminister teilnehmen. Die Rafale sind für den Einsatz von Atomwaffen ausgelegt.

Kampfjets nahmen an Übung teil

Die Kampfjets hatten bereits am Donnerstag an einer kleinen Übung teilgenommen, um den praktischen Beginn der Nuklear-Kooperation zu markieren. Sie wurden im französischen Luftraum von einem französischen Tankflugzeug mit Treibstoff versorgt. Das Ganze dauerte knapp zwei Stunden.

Macron hatte europäischen Partnern bereits vor Jahren angeboten, unter den atomaren Schutzschirm Frankreichs zu rücken. Neben Großbritannien ist es das einzige westeuropäische Land, das über Atomwaffen verfügt. In Deutschland sind derzeit US-Atombomben als Teil der nuklearen Abschreckung der Nato stationiert, für deren Einsatz im Ernstfall die Bundeswehr Kampfjets bereitstellt. Die Kooperation mit Frankreich soll die Nato-Abschreckung ergänzen und stärken.

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Auch mit der Atommacht Großbritannien hat Frankreich eine nukleare Zusammenarbeit vereinbart. Sieben weitere Länder haben positiv auf das französische Angebot reagiert: Polen, die Niederlande, Belgien, Griechenland, Schweden, Dänemark und Norwegen.

Zum Umfang der Kooperation hatte Macron bereits im März gesagt, dass Partner, wie nun demnächst Deutschland, an den französischen Atomübungen teilnehmen könnten. Außerdem könnten vorübergehend strategische Elemente zu den Verbündeten verlegt werden. Auch die französischen Luftstreitkräfte könnten tiefer in Europa unterwegs sein.

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