Der neue Präsident des Reservistenverbandes, Bastian Ernst, hat sich für eine Anhebung der Altersgrenze für Reservisten von 65 auf 70 Jahre ausgesprochen. Gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) begründete er den Vorstoß mit der Notwendigkeit, die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands zu stärken.
Ernst verwies auf das steigende Renteneintrittsalter als Vergleich. „Die Leute bleiben länger fit. Wir sollten diese Ressourcen von Menschen mit Lebens- und Berufserfahrung nicht verschwenden“, sagte er dem RND. Angesichts des Nachwuchsproblems bei den jüngeren Jahrgängen müsse auch am oberen Ende der Alterspyramide nachgebessert werden.
Reservistenverband: Freiwilligkeit bei Wehrübungen abschaffen
Ernst fordert zudem eine Änderung beim sogenannten doppelten Freiwilligkeitsprinzip. Bislang müssen sowohl Reservisten als auch deren Arbeitgeber einer Wehrübung zustimmen. Der Verbandspräsident plädiert dafür, das Einspruchsrecht der Arbeitgeber zu streichen.
Eine ähnliche Forderung hatte zuvor bereits der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Thomas Röwekamp (CDU), gegenüber dem RND erhoben. Deutschland könne sich „keine Reserve leisten, die nur auf freiwilliger Basis funktioniert“, sagte Röwekamp. Ohne Verbindlichkeit fehle es im Ernstfall an Planungssicherheit.
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Laut Ernst ist die aktuelle Zahl der Reservisten nicht genau bekannt. Acht bis neun Millionen Menschen hätten bei der Bundeswehr gedient, rund 60.000 Reservisten seien beordert und damit fest eingeplant sowie schnell verfügbar. Der Reservistenverband selbst habe etwa 110.000 Mitglieder. Eine genaue Erfassung soll künftig die neue Wehrerfassung leisten.
Die Bundeswehr soll bis 2035 auf mindestens 260.000 aktive Soldatinnen und Soldaten sowie 200.000 Reservisten anwachsen. Die Reserve soll wesentlich aus jenen Männern und Frauen aufgebaut werden, die den neuen Wehrdienst leisten, für den seit Jahresbeginn die gesetzlichen Grundlagen bestehen.
Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) will am Mittwoch die erste deutsche Militärstrategie sowie das neue Fähigkeitsprofil der Bundeswehr vorstellen. Darin wird beschrieben, wie Deutschland künftig Bedrohungen begegnen will.
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