BERLIN, 6. Januar. Die Ärzteschaft will noch im Januar mit ihrem angekündigten Dienst nach Vorschrift beginnen und damit die Behandlungsabläufe stören. Der Sprecher der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Roland Stahl, bestätigte der Berliner Zeitung, dass "einzelne Kassenärztliche Vereinigungen ab dem 21. Januar mit dem Dienst nach Vorschrift starten werden". Für Patienten bedeute das Wartelisten für Bagatellbehandlungen, aber auch weniger Verordnungen beispielsweise von Massagen oder Krankengymnastik. "Wir setzen das Sparpaket der Gesundheitsministerin jetzt in die Praxis um", so Stahl. Er sagte, die Versorgung der Bevölkerung bleibe sichergestellt.Aktionsauftakt in PotsdamWeiter plant die Ärzteschaft eine bundesweite Kampagne. Wie aus einem der Berliner Zeitung vorliegenden internen Strategiepapier der Bundesärztekammer hervorgeht, sollen die Aktionen am 22. Januar in Potsdam, Bremen, Hannover, Rostock und Stuttgart starten. Die vorgesehenen Maßnahmen dürften zu erheblichen Beeinträchtigungen bei den Behandlungsabläufen in Arztpraxen und Krankenhäusern führen. Konkret sieht das Strategiepapier Protestaktionen der Arzthelferinnen, besonders gesprächs- und damit zeitintensive Patientengespräche der Ärzte, Fortbildungen während der Arbeitszeit und das Abbummeln von Überstunden vor.Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt hatte den Ärzten bei Behandlungsstreiks mit einer Entmachtung ihrer Organisationen gedroht. Die Mediziner wollen mit ihrer Kampagne über das "Ziel der Regierung aufklären, unser freiheitliches Gesundheitswesen in ein von den Krankenkassen bestimmtes planwirtschaftliches System normierter Behandlungsverfahren zu überführen", heißt es in dem Papier.
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