Friedensbewegung

Bundesweites Bündnis mobilisiert am 3. Oktober gegen Aufrüstung und Wehrpflicht

Gegen Wehrpflicht und Rüstungsmilliarden. Über 270 Organisationen rufen am 3. Oktober zu Großkundgebungen in Berlin und Stuttgart auf.

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Am 3. Oktober will die Friedensbewegung in Berlin und Stuttgart auf die Straße gehen: Tausende Teilnehmer werden erwartet. (Symbolbild)

Am 3. Oktober will die Friedensbewegung in Berlin und Stuttgart auf die Straße gehen: Tausende Teilnehmer werden erwartet. (Symbolbild)

© dts Nachrichtenagentur/imago

Mehr als 270 Organisationen und Friedensgruppen rufen für den 3. Oktober zu zentralen Kundgebungen in Berlin und Stuttgart auf. Zu den Trägern zählen die beiden bundesweiten Dachverbände der Friedensbewegung, der Bundesausschuss Friedensratschlag und die Kooperation für den Frieden, außerdem Organisationen wie pax christi, die Initiative Nie wieder Krieg – die Waffen nieder, die Kampagne Nein zur Wehrpflicht sowie gewerkschaftliche und politische Gruppen.

Unter dem Motto „Nein zu Hochrüstung, Wehrpflicht und Krieg! – Für Frieden, demokratische Rechte und soziale Sicherheit!“ erwarten die Veranstalter Tausende Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Brandenburger Tor in Berlin und auf dem Schlossplatz in Stuttgart.

Auch die frühere EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann hat sich angeschlossen. Vorab benannte sie vier Themen, die sich seit dem Vorjahr verschärft hätten. Die Eskalation im Nahen Osten – insbesondere die Angriffe der USA und Israels auf den Iran und dessen Reaktion – wirke sich bis zu den Tankstellenpreisen aus. Deutschland solle nicht, wie vom Bundeskanzler gefordert, die stärkste konventionelle Armee Europas aufbauen, sondern die stärkste diplomatische Kraft sein.

Käßmann kritisierte, dass unbegrenzte Milliarden für Rüstung mit dem Abbau sozialer Leistungen einhergingen, etwa beim Wohngeld, dem Unterhaltsvorschuss, bei Pflege und Rente. Zur Debatte um die Wehrpflicht sagte sie, junge Männer müssten ihr Gewissen auf drei Seiten darlegen, während für die Bundeswehr mit dem Bild eines Abenteuers geworben werde. Auch wer Wehrdienst leisten wolle, müsse sein Gewissen prüfen. Kriegsdienstverweigerung sei ein Menschenrecht.

Weiter beklagte Käßmann eine Diskreditierung der Friedensbewegung als angeblich Putin-nah, russlandfreundlich, AfD-nah oder antisemitisch. Sie forderte die Parteien der Mitte auf, Friedensbewegten in den eigenen Reihen mehr Raum zu geben.

Programm in Berlin und Stuttgart

In Berlin beginnt die Kundgebung um 13 Uhr am Brandenburger Tor auf dem Platz des 18. März. Als Rednerinnen und Redner sind unter anderem der Kabarettist Arnulf Rating, Monika Koops (Verdi Hamburg), Christian Neyer (BSW), der Politikwissenschaftler Johannes Varwick von der Universität Halle, Carla Wolf von der Schulstreikbewegung, Sören Pellmann (Linke), Maria Buchwitz (Pax Christi), Patrick Köbele (DKP) sowie Aleph Badir (Didev) und Mai Saidani Yufani angekündigt. Musikbeiträge kommen von der Fis Development Crew und von Pablo Miro. Die Abschlusskundgebung soll gegen 16:30 Uhr enden.

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In Stuttgart läuft das Programm parallel auf dem Schlossplatz, musikalisch eingeleitet vom Blues-Orchester Blistheim. Bei der Auftaktkundgebung sprechen laut Organisatoren unter anderem Ronja Fröhlich von der Kampagne Nein zur Wehrpflicht, Vertreter des Schulstreikkomitees Weinheim, die Linken-Politikerin und Europaabgeordnete Özlem Demirel sowie Paul Schobel von Pax Christi. Auf der Abschlusskundgebung treten zudem Sevim Dağdelen (BSW), Vertreter der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft und Gewerkschaftsvertreter auf. Grußworte kommen per Video von Margot Käßmann und von Sophie Bolt von der britischen Campaign for Nuclear Disarmament.

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