Bush vereint Obama und Clinton

Olivia Schoeller
2 Min

Wochenlang haben sich die Demokraten zerfleischt: Barack Obama oder Hillary Clinton? Wandel oder Erfahrung? Schwarzer Mann oder weiße Frau? Seine oder ihre Gesundheitsreform? Doch nun zeigen sich plötzlich beide einig. Das Wunder hat kein geringerer vollbracht als jener Mann, der schon vor langer Zeit von sich behauptete, er sei "ein Vereiner, kein Spalter": George W. Bush. Soweit es die Demokraten betrifft, trifft dies jedenfalls zu. Nichts hat sie in jüngster Zeit derart zusammengeschweißt wie die Irak-Politik des Präsidenten.Fast wortgleich verdammten Obama und Clinton Bushs Vorschläge, die Truppenstärke im Irak auf 140 000 Mann einzufrieren. Beide kritisierten den "endlosen Krieg" und forderten eine Exit-Strategie. Auch im Kongress vereint der Präsident die Demokraten: Sie lehnen sein Abkommen mit dem Irak, das dem Land auf unbeschränkte Zeit Schutz zusichert, geschlossen ab. Und auch einige Republikaner vereinen sich mit den demokratischen Kollegen und zeigen große Skepsis, was Bushs Irak-Plan betrifft.Trotzdem wird im Kongress keine ausreichende Mehrheit zustande kommen, um die Politik des Präsidenten zu stoppen. Damit wird der Irak neben wirtschaftlichen Themen im Wahlkampf wieder eine wichtige Rolle spielen. Die Demokraten (Obama wie Clinton) wollen den Irak schnellstmöglich verlassen. Der Republikaner John McCain hingegen unterstützt Bushs Politik und richtet sich auf eine lange US-Präsenz ein. Beim Thema Irak haben die Wähler tatsächlich eine Wahl.

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