In Berlin dauern manche Dinge etwas länger. Vor zehn Jahren wurde ein wichtiger U-Bahn-Tunnel in Mitte zum letzten Mal befahren. Später legte man ihn wegen Baufälligkeit still. Jetzt steht endlich der Neubau bevor. Am Montag feierten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und der Senat unter der Littenstraße den Start des Projekts Waisentunnel. Für den Neubau des Tunnels, Schauplatz einer Flucht aus der DDR, wird die Spree trockengelegt.
„Es geht endlich los“, sagte der BVG-Chef Henrik Falk. Zwar wird es noch ein paar Wochen dauern, bis der Zuschlag erteilt ist und das 100-Millionen-Euro-Projekt wirklich startet. Die Auftragsvergabe soll erst nächste Woche abgeschlossen werden. Doch offenbar wollte man knapp zwei Monate vor der Wahl in Berlin schon mal einen Erfolg verkünden.
Auf viele Beobachter könnte das Vorhaben „nicht so sexy“ wirken, sagte Falk. Fahrgäste haben den fast hundert Jahre alten U-Bahn-Tunnel, in dessen Nähe die Waisenstraße verläuft, noch nie zu sehen bekommen. „Trotzdem geht es um ein Schlüsselprojekt. Für den Betrieb hat der Waisentunnel eine große Bedeutung“, erklärte der BVG-Chef.
Nahverkehr
BVG startet Projekt Waisentunnel: Schauplatz einer spektakulären DDR-Flucht wird Großbaustelle
Zehn Jahre nach der letzten U-Bahn-Fahrt wird die wichtige Verbindung zwischen U5 und U8 endlich erneuert. Dafür wird die Spree trockengelegt.
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Der stille U-Bahn-Tunnel in Mitte: Am Montagvormittag konnte der Waisentunnel während eines Medientermins besichtigt werden.
© Peter Neumann/Berliner Zeitung
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