Mobilität

BVG in der Corona-Krise: Die Zahlen sind alarmierend

Weniger Fahrgäste, mehr Autofahrer – die Pandemie hat die Verkehrswende ins Stocken gebracht. Das ist schlecht fürs Klima und für Berlin.

2 Min
Hurra, ein Fahrgast! BVG-Nutzerin in Karlshorst.

Hurra, ein Fahrgast! BVG-Nutzerin in Karlshorst.

© Berliner Zeitung/Volkmar Otto

Auf den Straßen ist es kaum leerer geworden, von den Wochen des harten Lockdowns im Frühjahr 2020 abgesehen. Übers Jahr gerechnet ging der Autoverkehr so gut wie nicht zurück. Der Radverkehr nahm in Berlin sogar zu. Dagegen ging die Zahl der Fahrgäste bei der BVG im Vergleich zu 2019 um ein Drittel zurück.

Wer den Nahverkehr meiden kann, der meidet ihn, geht aus einer aktuellen Studie des Wissenschaftszentrums Berlin und des Meinungsforschungsinstituts Forsa hervor. Menschen, die nicht im Homeoffice arbeiten können, über keinen Führerschein und eher geringes Einkommen verfügen, nutzen ihn weiterhin. Wer gut oder sehr gut verdient, arbeitet im Homeoffice, schwingt sich aufs Fahrrad oder (noch öfter) ins Auto. Dabei gilt die Angst, sich auf den meist kurzen Strecken im Nahverkehr mit dem Coronavirus anzustecken, als unbegründet – wenn möglichst viele in Bahn und Bus eine Maske tragen.

Für Verkehrsunternehmen und Verkehrspolitiker müssen die Zahlen und Daten Alarmzeichen sein. Denn die Zeitreihen zeigen, dass sich Mobilitätsmuster, in denen Bahn und Bus nicht vorkommen, zu verfestigen scheinen. Sie müssen über neue Ticketmodelle nachdenken, die für Berufstätige, die mal zu Hause, mal im Büro arbeiten, eine Alternative zum herkömmlichen Abo sind. Liniennetze müssen anders gestrickt, Taxis und andere Fahrdienste ins reguläre Angebot integriert werden. Die Konzeptionsarbeit für den Nahverkehr der Zukunft muss bald beginnen. Viel Zeit ist nicht mehr.

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