In Berlin geht der Ausbau des Straßenbahnnetzes kaum voran. Dabei lässt eine aktuelle Zahl des Senats ahnen, wie gut weitere neue Strecken angenommen würden. Danach sind auf dem Neubauabschnitt der Linie M10 zwischen Hauptbahnhof und Turmstraße montags bis freitags im Schnitt 28.000 Fahrgäste unterwegs. Das ist fast das Dreifache der prognostizierten Zahl. Doch die langsamste Tramlinie Berlins ist noch langsamer geworden. Jetzt prüft der Senat ein Konzept, Autoverkehr mit Ampeln zu dosieren, damit die Bahnen schneller vorankommen.
„Bei mir und meinen Kollegen ist die M10 die unbeliebteste Linie“, sagt ein Straßenbahnfahrer. Auf der Strecke, die in Friedrichshain beginnt und in Moabit endet, sei Dienst „purer Stress“. Das liegt nicht nur daran, dass die M10 in Wochenendnächten zur Partytram wird.
Auf dieser Route sei es besonders schwierig, den Fahrplan einzuhalten, berichtet der Mitarbeiter der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). „Es gibt zu viele Langsamfahrstellen. 14 gelten dauerhaft – zum Beispiel in engen Kurven. An elf weiteren Stellen müssen wir langsamer fahren, weil der Zustand des Fahrwegs kein höheres Tempo zulässt.“
Nahverkehr
Dreimal mehr Fahrgäste als erwartet: Trotzdem bleibt die Tram M10 im Stau stecken
„Purer Stress“: Ein Mitarbeiter der BVG erklärt, warum Berlins langsamste Straßenbahn immer langsamer wird. Jetzt hat der Senat eine Idee.
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Zwei Bahnen der Linie M10 in der Warschauer Straße in Friedrichshain. Hier beginnt die 22-Kilometer-Fahrt nach Moabit.
© Peter Neumann/Berliner Zeitung
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