Warnstreik Im Öffentlichen Dienst: Rund 50 000 Berliner habn nach Gewerkschaftsangaben gestern die Arbeit niedergelegt.Nahezu vollständig streikten gestern morgen die Beschäftigten der RVG, von der Stadtreinigung und der Wasserbetriebe. So wie der S2jährigen BVG-Techniker Lothar Meurer wollen die Streikenden den "Gruselkatalog" der Arbeitgeber nicht hinnehmen. Bis zu 800 Mark Einbuße monatlich fürchtet gar ein Stadtreiniger, wenn sich die Arbeitgeber mit ihrer Nulirunde durchsetzen würden. Auch der 4ljährige Manfred Monner wettert dagegen, daß Schichtzulagen und freie Tage wegfallen sollen. "Keiner ist über den Streik begeistert, aber anders geht es nicht", sagt er.Es ist acht Uhr, als sich die Polizei am Weddinger Leopoldplatz zu einer Durchsage durchringt: "Wir bringen Feuerwehr und Hilfsdienste in Schwierigkeiten. Bitte machen Sie den dritten Fahrstreifen frei." Mehrere hundert Kundgebungsteilnehmer blockieren vorübergehend die belebte Kreuzung. Dutzende abgestellte BVG-Doppeldecker sowie Stadtreinigungsfahrzeuge versperren Fahrwege. Einen Arzt, der in das nahegelegene Herzzentrum muß, lassen die Streikenden nach kurzer Diskussion passieren.So wie am Leopoldplatz versammeln sich die Staatsdiener an verschiedenen Orten Berlins. Dabei ist die Zahl der Protestierenden unterschiedlich groß. Aber trotz des regnerischen Wetters gehen sie vor das Rathaus Friedsrichshain, das Rathaus Steglitz oder treffen sich zu Kundgebungen unter anderem am Fehrbelliner Platz oder in der Landsberger Allee. Ein Teilnehmer entschuldigt das deutliche Übergewicht von BVGund BSR-Reschaftigten. Mit den Rezirksämtern sei es immer ein bißchen schlecht -- so wie mit der Bonner Ministerialbürokratie.Mittags schließen sich rund 2 000 Beschäftigte von sechs Krankenhäusern an -- allein fast tausend beim Klinikum Steglitz. Die Charit&Streikenden setzen auf eine höhere Westangleichung. Von 13 Uhr an beteiligen sich wieder 2 000 Angestellte der sieben Femmeldeämter und Mitarbeiter einer ganzen Reihe von Behörden. "Wer merkt das schon, wenn in Finanzämtern nicht gearbeitet wird", schmunzelt selbst Uwe Scharf von der OW.
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