Kulturgeschichte

„Café Babylon“: Christian Buckard erzählt vom alten intellektuellen Zentrum Berlins

Das Romanische Café war als Treffpunkt zeitweise so wichtig wie ein Debattierclub. Ein Buch spürt dem nach. Eine Ausstellung im Europa-Center auch.

Bernadette Conrad
5 Min
Buckard Christian

Buckard Christian

© A. Paulsen.

Es konnte ihnen nicht schnell genug gehen: Als Samuel „Billy“ Wilder, gerade mal 20-jährig und Reporter in Wien, 1926 für einen journalistischen Auftrag nach Berlin reiste, „sprang er sofort nach seiner Ankunft in ein Taxi und fuhr zum ‚Romanischen‘.“

Dort gelang es dem äußerst selbstbewussten jungen Mann nicht nur, sogleich den berühmten „rasenden Reporter“ Egon Erwin Kisch kennenzulernen, sondern bald gar, eine Wohnung im selben Haus wie der Verehrte zu bewohnen.

Blutjung wie Wilder war auch Wolfgang Koeppen, als er ein Jahr später, 1927, seiner provinziellen Geburtsstadt Greifswald den Rücken kehrte und nach Ankunft in Berlin sofort vom Alexanderplatz zu Fuß zur Gedächtniskirche eilte: Auch er wollte ohne Verzögerung ins Romanische Café.

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