Food-Tipps am Wochenende

Caphe Hoa: Vietnamesische Genuss-Rakete am Mittag

Lunch in der Otto-Suhr-Siedlung: Gar nicht so leicht! Gut, dass es das Caphe Hoa gibt. Hier erwartet die Gäste vietnamesische Küche und ein wunderbarer Service.

3 Min
Der Gastraum des Caphe Hoa ist klein und gemütlich.

Der Gastraum des Caphe Hoa ist klein und gemütlich.

© Caphe HOA

Natürlich gibt es im Caphe Hoa auch frischen Kaffee.

Natürlich gibt es im Caphe Hoa auch frischen Kaffee.

© Caphe HOA

Noch weniger Spaß allerdings macht die Suche nach einem ordentlichen Mittagstisch rund um das Verlagsgebäude dieser Zeitung. Wir sitzen in Kreuzberg an der Grenze zu Mitte, und man könnte meinen, dass das Angebot allein durch die geographische Lage abwechslungsreich wäre: Innenstadt, Metropole, Business-Lunch und so weiter. Das Gegenteil ist der Fall. Es gibt ein paar mittel- bis unterklassige asiatische Restaurants und zu viel Backwaren. Da wird der Power-Lunch schnell zum Trauer-Lunch, und man stapft schlecht gelaunt durch den Kiez zwischen Otto-Suhr-Siedlung und Spittelmarkt. Eine Ausnahme ist die Sandwichbar in der Seydelstraße mit ihren drei unglaublich sympathischen Betreiberinnen und das Caphe Hoa in der Stallschreiberstraße, ein kulinarischer Lichtblick in dieser Schnellfress-Einöde mit ihren ewigen Dürüms, Wraps, lahmen Fritten und dem Endzeit-Mampf von Pizza World.

Das Caphe Hoa ist ein kleines vietnamesisches Restaurant und stapelt mit dem unvermeidlichen Zusatz „Coffee, Bakery and more“ tiefer als tief. Denn das tägliche Menü, meist bestehend aus drei verschiedenen Reis-Bowls und einer Speisekarte mit den obligatorischen Suppen Pho, ist immer verlässlich frisch zubereitet, on point und schmackhaft. Hier weiß man, dass Curry kein labbriges Sößchen ist, sondern eine sämige Konsistenz haben und das frische Gemüse – meist Minze, Pilze, Salat, Sesam – sowie den frittierten Tofu träge umspielen muss. Die Bowls variieren: Rote Bete und Glasnudeln kommen ebenso oft dazu wie Süßkartoffeln und Mango.

Reisnudeln, frisches Gemüse und Tofu bilden die Grundzutaten der Gerichte im Caphe Hoa.

Reisnudeln, frisches Gemüse und Tofu bilden die Grundzutaten der Gerichte im Caphe Hoa.

© Caphe HOA

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen

Wem das zu mächtig ist, der nimmt Pho Ba Hoa mit Reisbandnudeln, Pilzen und Crispy Tofu oder die Sup Mien, eine Glasnudelsuppe mit Dumplings und Eierstreifen. Auf keinen Fall sollte man auf den Nachtisch verzichten: eine Kugel Vanilleeis, die über einem Klops aus grünem Kokosklebreis zerläuft und einem wenigstens für ein paar Minuten das Gefühl gibt, man wäre in einer Stadt mit einem ordentlichen kulinarischen Angebot zur Mittagszeit und nicht an einer Autobahnraststätte mit angegliedertem Arbeitsplatz.

Ebenso hervorragend wie der Lunch im Caphe Hoa ist der Service: Der Familienbetrieb um den jungen Besitzer Hoang Van Tien ist eine gut geölte Küchenmaschine und dabei von sprichwörtlicher asiatischer Freundlichkeit und echter Herzenswärme gegenüber den Gästen. Der Besuch im Caphe Hoa ist das Mittagshighlight in diesem gefühlt endlosen Pandemiewinter nach definitiv zu vielen Stullen im Homeoffice.

Bewertung: 4 von 5 Punkten.

Caphe Hoa, Stallschreiberstraße 15, 10179 Berlin, täglich 12-21 Uhr


Dieser Text ist in der Wochenendausgabe der Berliner Zeitung erschienen – jeden Sonnabend am Kiosk oder hier im Abo.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner