Spandaus Zentrum bekommt ein neues Gesicht. Der Leiter des Stadtplanungsamtes, Walter Göllner, stellte vor dem Stadtentwicklungs-Ausschuß Entwürfe zur Bebauung des Güterbahnhofs- und Postgeländes an der Klosterstraße vor."Die Klosterstraße muß links und rechts eingefaßt werden, damit der Eindruck einer gemeinsamen Bebauung entsteht", sagte Göllner. Hier sehen die Pläne eine siebengeschossige Bebauung vor. Auf dem Gelände der Post setzt sich die siebenstöckige Architektur auf allen vier Seiten des 13 500 Quadratmeter großen Geländes fort. "Wir wollen das Grundstück blockartig bebauen, weil es ungefähr die Größe eines Wilhelmstädter Häuserblocks hat", sagte Göllner. Mit diesem Entwurf solle versucht werden, die Wilhelmstadt bis an die Altstadt heran fortzuführen und ein Bindeglied zu schaffen. 1 500 Quadratmeter für den Einzelhandel sind im Erdgeschoß entlang der Klosterstraße geplant. Zur Havel hin wird der Block durchbrochen. Innen sind eingeschossige Gebäude vorgesehen, zu denen auch die Post zählt. Im Gegensatz zum Güterbahnhof wird die Bebauung des Postgeländes wohl noch Jahre auf sich warten lassen.Auf dem Güterbahnhofsgelände westlich der Klosterstraße soll auf 20 000 Quadratmetern Einzelhandel entstehen. Hinter den siebengeschossigen Häusern entlang der Klosterstraße sind kleinere Gebäude vorgesehen, die fünf-, drei- oder einstöckig sein sollen. Im hinteren Teil des Komplexes sind auf vier Ebenen 2 225 Parkplätze eingeplant. Aus dem Ensemble ragt ein zehngeschossiges Hotel hervor. Der Bahnhof selbst wird ein rund 16 Meter hohes Glasdach erhalten. Das Stadtplanungsamt sieht zwei Bahnhofsvorplätze vor: einen am Brunsbütteler Damm in Richtung Wilhelmstadt und einen an der Seegefelder Straße in Richtung Altstadt. Die Ausschußmitglieder verabschiedeten den Antrag, die Seegefelder Straße in Richtung Altstadt abzubinden und so Raum für den Bahnhofsvorplatz zu gewinnen. Die Kosten sollen vom Investor des Güterbahnhofsgeländes mit übernommen werden. Fraglich ist jedoch, ob die Senatsverkehrsverwaltung diesem Vorschlag zustimmt. "Meine Fraktion kann sich mit diesem Bebauungsplan nicht anfreunden", sagte der CDU-Stadtverordnete Carsten-Michael Röding. Er bezeichnete den Bahnhofsvorplatz als "überdimensioniert". Auf diese Weise gingen dem Investor Quadratmeter verloren, so daß er unnötig in die Höhe bauen müsse. Stadtplaner Göllner entgegnete, die vorgesehene Nutzfläche sei während der Planung stark zusammengeschrumpft. Deshalb sei das Problem der Stadtplaner eher, überhaupt an der Straßenseite des Geländes auf eine vernünftige Gebäudehöhe zu kommen.Auf der gestrigen Bezirksamts-Sitzung wurde der städtebauliche Vertrag zwischen Bezirksamt und potentiellen Investoren für das Güterbahnhofsgelände beschlossen. Er gibt die Rahmendaten für die Bebauung vor. Am 18. Dezember werden sich dann Vertreter der Deutschen Bahn AG, des Bezirksamtes sowie der Senatsverwaltungen für Bauen und für Stadtentwicklung zu einem Gespräch treffen. Bezirksbürgermeister Konrad Birkholz (CDU) hat außerdem Baustadtrat Thomas Scheunemann (SPD) gebeten, bis Ende Januar Vorschläge für eine Fußgängeranbindung zwischen Bahnhof und Altstadt zu erarbeiten. +++
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