Iran

Chaos als strategische Gelegenheit: Wenn Macht sich moralisch verkleidet

Mit ihren Angriffen gegen den Iran nehmen die USA und Israel bewusst einen Flächenbrand in Kauf. Die unterdrückten Iraner haben nichts davon. Ein Gastbeitrag

Thorsten Reuter
8 Min
Teheran 1979: antiamerikanische Demonstration wenige Monate nach  dem Machtwechsel

Teheran 1979: antiamerikanische Demonstration wenige Monate nach  dem Machtwechsel

© BESTIMAGE/imago

Niemand wird ernsthaft bestreiten, dass das iranische System repressiv ist. Es verfolgt Oppositionelle, zwingt Frauen zum Schleier, unterdrückt Proteste. Aber gerade deshalb stellt sich die Frage, mit welchem moralischen Anspruch und welcher Glaubwürdigkeit die USA und Israel militärisch handeln. Wer auf die Militärschläge gegen iranische Ziele blickt, hört dieselbe Begründung, die seit Jahren im Umlauf ist: Der Iran stehe unmittelbar vor dem Bau einer Atombombe. Man dürfe nicht länger warten. Es sei die letzte Gelegenheit, zu handeln.

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