Der Andrang im vorweihnachtlichen Reiseverkehr sorgt am Freitag teilweise für chaotische Zustände in Berlin. Viele Züge im Fernverkehr der Deutschen Bahn sind stark ausgelastet – so stark, dass ein ICE am Berliner Bahnhof Südkreuz am Vormittag zunächst nicht losfahren konnte, weil er zu voll war. Nach Informationen der Berliner Zeitung wurden Fahrgäste trotz gültiger Tickets aufgefordert, den Zug zu verlassen.
Betroffen von der Maßnahme war ein ICE der Linie 597 in Richtung Stuttgart. Den Angaben von vor Ort zufolge sollten 100 Fahrgäste aussteigen, um die Weiterfahrt zu ermöglichen. Die Aufforderung per Lautsprecher galt demnach für Reisende ohne Sitzplatzreservierung. Daraufhin sei angekündigt worden, dass Polizisten den Zug andernfalls räumen würden. Mit einer halben Stunde Verspätung fuhr der Zug schließlich um kurz nach 10 Uhr ab.
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Fahrgäste müssen Zug wieder verlassen: Deutsche Bahn verteidigt Maßnahme
„Aufgrund des besonders hohen Fahrgastaufkommens am Bahnhof Berlin Südkreuz mussten einige Fahrgäste bedauerlicherweise wieder aussteigen – für sie gab es Kulanzgutscheine als Entschädigung. Es gelten natürlich auch die üblichen Fahrgastrechte“, hieß es von der Deutschen Bahn.
Eine Reporterin der Berliner Zeitung berichtete von einem ähnlichen Fall am Bahnhof Erfurt. Dort wurde ein überfüllter Zug von der Bundespolizei geräumt. Nachfolgende Züge konnten zunächst nicht in den Bahnhof einfahren, da der überfüllte Zug das Gleis blockierte.
Es komme immer wieder dazu, dass überfüllte Züge nicht abfahren können. Insbesondere am heutigen Freitag vor Weihnachten sei die Lage auch angesichts der Sturmschäden in anderen Bundesländern allgemein „angespannt“, sagte ein Sprecher des Unternehmens. Dass Reisende ohne Sitzplatzreservierung dann den Zug verlassen müssen, sei gängige Praxis. Oft werde dann die Bundespolizei hinzugezogen, damit überhaupt für eine Abfahrt des Zuges gesorgt werden könne.
Aufgrund der bevorstehenden Weihnachtsfeiertage seien die Fernverkehrszüge am Freitag sehr stark ausgelastet, teilte die Bahn bereits zuvor mit. Fahrgäste sollten sich vorab – etwa über die Internetseite – über die Auslastung der Fernverkehrszüge informieren und wenn möglich zu Randzeiten fahren. Wegen Sturmschäden durch das Sturmtief „Zoltan“ fallen am Freitag zudem zahlreiche Züge aus – auch ab Berlin.
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