KI-Videoüberwachung

Chaos Computer Club kritisiert: „Wir sollten das autoritären Staaten überlassen“

Berlin will das Kottbusser Tor, das Rote Rathaus und Botschaften mit KI-Technik überwachen. Die Kameras sollen verdächtige Verhaltensmuster erkennen.

4 Min
Videoüberwachung an der „Alex-Wache“ der Berliner Polizei

Videoüberwachung an der „Alex-Wache“ der Berliner Polizei

© imago/Rolf Zöllner

Rennt jemand, um den Bus zu bekommen? Oder flieht er? Läuft jemand lange hin und her, weil er auf einen Bekannten wartet? Oder ist er Drogendealer und wartet auf Kunden? Solche Verhaltensmuster werden von KI-gestützter Videoüberwachung ausgewertet. Am Bildschirm einer Überwachungszentrale ploppen diese Bilder automatisch auf, und dann muss ein Mensch entscheiden, ob er Einsatzkräfte dorthin schickt.

Manche KI-Systeme sind – „im Sinne des Datenschutzes“, wie die CDU betont – lediglich auf die Muster Treten, Schlagen, Würgen trainiert und schlagen in anderen Fällen nicht an. Andere wiederum geben auch Alarm, wenn jemand eine Waffe im Anschlag hält – oder ein großes Buschmesser, wie es im Juni 2024 in Stuttgart der Fall war. Dort hatte ein 25-jähriger Syrer drei Menschen verletzt. Zur schnellen Ergreifung des Täters soll wohl angeblich ein KI-Alarm beigetragen haben.

Auch in Berlin soll künftig das Verhalten von Personen gescannt werden. Zuerst soll es am Kottbusser Tor in Kreuzberg und an der Warschauer Brücke in Friedrichshain Kameras mit angeschlossener KI-Software geben. An beiden Orten ist die Kriminalitätsbelastung hoch.

Werden Sie Teil des Ostablishments.

Sie haben bereits ein O+ Abo?

*