An der Berliner Charité könnte es schon bald wieder zu Arbeitsniederlegungen kommen. Grund sind die zähen Tarifverhandlungen des Tochterunternehmens Charité Facility-Management (CFM) mit der Gewerkschaft Verdi. Der Haustarifvertrag ist am 31. Januar ausgelaufen. Verdi fordert, dass die 3500 Beschäftigten der CFM unter den Tarifvertrag Öffentlicher Dienst (TVöD) gestellt werden, der für den landeseigenen Mutterkonzern gilt. Die Geschäftsführung möchte dagegen einen neuen Haustarifvertrag aushandeln. Am Montag sind beide Seiten ohne eine Annäherung auseinandergegangen. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 25. März angesetzt.
Die Positionen liegen weit auseinander. Verdi fordert, dass die CFM-Mitarbeiter den Charité-Mitarbeitern gleichgestellt werden. CFM-Geschäftsführer Simon Batt-Nauerz hält dem entgegen, der TVöD würde eine Steigerung der Lohnkosten von 40,9 Prozent bedeuten, was Ausgaben von 47,2 Millionen Euro jährlich entspräche. „Wir können keine Forderungen umsetzen, die zu einer Existenzgefährdung der CFM führen. Wir wollen die CFM mit ihren vielfältigen Leistungsbildern erhalten.“ Verdi-Verhandlungsführerin Gisela Neunhöffer sagt: „So sind konstruktive Verhandlungen nicht möglich. Es liegt in der Verantwortung der Charité und des Landes Berlins, das am Ende Eigentümer der CFM ist, endlich dafür zu sorgen, dass die berechtigten Forderungen der Beschäftigten Gehör finden und eine ungestörte Patientenversorgung stattfinden kann.“ Angesichts eines harten Sparkurses des Berliner Senats erscheint ein stärkeres Engagement des Landes allerdings unwahrscheinlich.
Charité-Streik könnte erhebliche Auswirkungen haben
Die Charité-Tochter beschäftigt Menschen aus vielen verschiedenen Dienstleistungsbereichen. Neben Küche und Reinigung, Wachschutz und Logistik zählen dazu unter anderem auch der Krankentransport sowie die Sparten Bauen und Infrastruktur. Man orientiere sich an den jeweiligen Branchen, die am Markt aktiv seien, nicht am öffentlichen Dienst, so die Geschäftsführung.
Würde die CFM streiken, könnte das erhebliche Auswirkungen auf die Versorgung der Patienten nach sich ziehen. Wie bereits bei Arbeitsniederlegungen von Pflegekräften und ärztlichem Personal in der jüngeren Vergangenheit müssten planbare Eingriffe verschoben und ein Notbetrieb sichergestellt werden.
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