Die US-Amerikaner haben offenbar trotz großer Bemühungen weiterhin Probleme, einen Fuß in die Tür der Grönländer zu bekommen. Einem grönländischen Medienbericht zufolge haben Vertreter der US-Regierung im Vorfeld des Besuchs der Delegation um Vizepräsident J.D. Vance und seiner Frau Usha an zahlreichen Türen geklingelt, um die Bewohner der Insel davon zu überzeugen, mit der Second Lady der USA zu sprechen.
Die Charmeoffensive der Amerikaner scheiterte aber kläglich, sagte Reporter Jesper Steinmetz von TV 2 in der Hauptstadt Nuuk. Überall war die Antwort die gleiche: „Nein, sonst danke“, so der Journalist weiter. Daraufhin sei auch dieser Programmpunkt gestrichen worden, berichtete der Korrespondent des Senders.
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Das war nicht die erste Änderung vor dem umstrittenen Besuch am Freitag: Es musste bereits ein geplanter Besuch bei einem beliebten Hundeschlittenrennen wegen lokaler Proteste abgesagt werden. Außerdem fielen auch die angekündigten Besichtigungen von historischen Stätten ins Wasser.
Der ursprüngliche Plan war eigentlich, dass Usha Vance bereits am Donnerstag alleine nach Grönland reist. Doch dann sprang ihr Mann plötzlich auf und die Reise wurde auf Freitag verschoben. Er sagte, er wolle nicht, dass Usha wegen des Rummels den ganzen Spaß für sich alleine habe. Er fügte hinzu, dass er sie begleitet, um die Sicherheit auf der Insel zu checken. Vance und seine Frau werden nun den US-Armeestützpunkt Pituffik besuchen.
Grönlands Regierung stellt klar: Die US-Delegation wurde nicht eingeladen
Die Reisepläne sorgten für Unmut bei der grönländischen Regierung. US-Präsident Donald Trump behauptete, Usha Vance sei eingeladen worden. Die Regierung des autonomen Gebiets Dänemarks wies die Behauptung in einer Mitteilung entschieden zurück. „Fürs Protokoll: Naalakkersuisut, die Regierung von Grönland, hat keine Einladungen zu einem Besuch ausgesprochen, weder privat noch offiziell“. Hintergrund sind wiederholte Äußerungen von Trump, dass die USA die Kontrolle über die Insel im Nordatlantik übernehmen wollen - was auf großen Widerstand bei den Grönlandern stößt.
„Die derzeitige Regierung ist eine Übergangsregierung, die auf die Bildung einer neuen Koalition wartet, und wir haben alle Länder gebeten, diesen Prozess zu respektieren“, hieß es in der Erklärung der Regierung weiter.
Grönland hat in den vergangenen Jahren verstärkt geopolitische Aufmerksamkeit erhalten. Auf der weltweit größten Insel leben nur 57.000 Menschen. Im Boden lagern wertvolle Rohstoffe, die bisher kaum genutzt werden. Seit 1979 ist Grönland in vielen Bereichen autonom, doch entscheidet etwa über Außen- und Verteidigungspolitik immer noch die ehemalige Kolonialmacht Dänemark.
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