Während die Textnachrichten von Ursula von der Leyen – ob mit Pharma-Managern, EU-Regierungschefs oder dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj – streng vertraulich bleiben, sollen die Chats von rund 450 Millionen Menschen in der Europäischen Union (EU) überwacht werden. Offiziell dient das dem Kinderschutz.
Doch IT-Sicherheitsforscher, Datenschutzorganisationen und mehrere Abgeordnete sehen darin einen Vorwand, der de facto zur Massenüberwachung privater Kommunikation führen könnte. Dabei hatte das EU-Parlament eine solche Maßnahme aus genau diesen Gründen bereits mehrfach abgelehnt. Dass sie zuletzt dennoch nicht scheiterte, lag nicht an politischer Zustimmung, sondern an einem formalen Umstand: Bei einem kurzfristig angelegten Dringlichkeitsantrag kam keine absolute Mehrheit gegen die Vorlage zustande.
Datenschutz
Der Brüsseler Sommertrick: Sonneborn attackiert EU-Präsidentin nach Überwachungs-Coup
Wie eine Mehrheit im EU-Parlament ausgehebelt wurde und warum die Gegner mit rechtlichen Schritten drohen: Der Weg zur anlasslosen Massenüberwachung ist frei.
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Wie privat sind unsere Chats noch?
© Nick Little für Berliner Zeitung am Wochenende
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