Mit Schauwerkstätten und Freizeitangeboten für Jugendliche soll der vor sich hin dümpelnde Einkaufsboulevard Kastanienallee wieder belebt werden. "Wir sind derzeit mit Interessenten für fünf leer stehende Geschäfte im Gespräch", sagt Dagmar Neidigk, Sprecherin der Wohnungsbaugesellschaft WoGeHe, der der Boulevard mit seinen rund 70 Läden gehört. Vermittelt wurden die potenziellen Mieter vom Chef der Händlervereinigung IG Kastanienallee, Peter Lindner.Nachdem die WoGeHe bei dem Versuch, leer stehende Geschäfte an Hellersdorfer Künstler zu vermieten, wenig erfolgreich war, hatte sich Lindner selbst auf die Suche gemacht: Fündig wurde er zum Beispiel bei den Betreibern einer alten Druckerei in Krakow am See und dem Kunsthandwerkshof Thomsdorf in der Uckermark. "Wir wollen solche Handwerke wie Töpfern, Weben und Holzbearbeitung in Hellersdorf präsentieren", sagt Lindner. Natürlich sollen die hergestellten Produkte auch vor Ort verkauft werden. Geplant ist ferner ein Radiobastelshop und ein Verkehrserziehungszentrum.Als Zielgruppe sieht Lindner vor allem Kinder und Jugendliche. "In den neuen Läden könnten Kurse oder Projekttage für Schulklassen angeboten werden." Er hofft auf einen Sog-Effekt: Über die Kinder soll der Boulevard wieder ins Bewusstsein der Hellersdorfer gerückt werden. "Kommen die Kinder, kommen auch die Eltern." Davon wollen die Händler an der rund 600 Meter langen Straße, die seit Jahren mit rückläufigen Umsätzen zu kämpfen haben, profitieren.Sechs Monate mietfreiDenn als reine Einkaufsstraße hat der Boulevard auf Dauer keine Chance. Das weiß auch Lindner. Zu übermächtig ist die Konkurrenz der nur wenige hundert Meter entfernten "Hellen Mitte" mit ihren Großmärkten und Dutzenden Fachgeschäften. Derzeit sucht Lindner nach Möglichkeiten, für sein Projekt die günstigsten Startbedingungen zu sichern. "Die WoGeHe ist bereit, die Läden am Boulevard sechs Monate lang mietfrei zu vergeben", sagt Dagmar Neidigk. Zu zahlen seien nur die anfallenden Betriebskosten. Das Unternehmen habe zudem mit einem "Leitsystem" großen Werbetafeln auf die Kastanienallee aufmerksam gemacht, Wege und Grünanlagen wieder in Ordnung gebracht. Lindner und Neidigk hoffen zugleich auf einen "Schulterschluss" mit dem Bezirk, um den Boulevard zu retten. Ein Wunsch, dem sich Bürgermeister Uwe Klett (PDS) nicht versperrt. "Wenn uns ein schlüssiges Konzept vorgelegt wird, sind wir natürlich bereit, mit ins Boot zu gehen.""Kommen die Kinder, kommen auch die Eltern. " IG-Chef Peter Lindner
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