BERLIN, 21. April. Der Bundesnachrichtendienst (BND) soll früher nach Berlin wechseln als geplant. "Mein ehrgeiziges Ziel ist es, schon im Jahr 2010 mit dem BND nach Berlin umzuziehen", sagte der Präsident des Bundesnachrichtendienstes, August Hanning, der Berliner Zeitung. Bislang sollten die rund 4 000 Beschäftigten erst im Jahr 2011 ihren Dienst in der Hauptstadt aufnehmen. Baubeginn für das neue BND-Gebäude im Bezirk Mitte soll schon im nächsten Jahr sein.Nach wie vor gibt es am Sitz des BND in Pullach bei München Widerstand gegen den Umzug. "Der BND gehört als Auslandsnachrichtendienst an den Regierungssitz", sagte Hanning. In einer veränderten Sicherheitslage nach dem Ende des Kalten Krieges mit vielen Herausforderungen wie der Terrorismusbekämpfung sei dieser Schritt "heute drängender denn je und alternativlos". Der Umzug sei auch ein Kernelement für die gleichzeitig eingeleitete Modernisierung des BND, betonte Hanning. Dies werde zu einer Leistungssteigerung der Bundesbehörde führen.Das neue BND-Gebäude wird an der Chausseestraße errichtet. Im Frühjahr 2006 soll nach dem Willen von Präsident Hanning der erste Spatenstich erfolgen, bis zum Jahr 2009 der Rohbau fertig gestellt und anschließend technisch ausgerüstet werden. "Das neue Gebäude wird kein Hochsicherheitstrakt werden, sondern ein modernes, funktionales Haus im Zentrum Berlins, das auch Entwicklungsmotor für die Umgebung sein wird", sagte Hanning. Er sei mit dem Entwurf des Berliner Architekten Jan Klei- hues sehr zufrieden. Der Gebäudekomplex wird rund 30 Meter hoch und hat eine Nutzfläche von zirka 100 000 Quadratmetern. Ein 2,50 Meter tiefer Graben, der von der Straße aus nicht zu sehen sein wird, umgibt das Haus. Das Hauptgebäude liegt aus Sicherheitsgründen 40 Meter von der Chausseestraße entfernt. "Wir schaffen ein funktionales Gebäude, das sich in die Stadt einpasst", sagte Architekt Kleihues. Die Kosten werden sich auf 720 Millionen Euro belaufen.Für Irritationen beim BND sorgten in den vergangenen Monaten Vorbehalte von Berliner Politikern wie dem CDU-Landeschef Joachim Zeller und den Grünen gegen den Wechsel der Behörde nach Berlin. "Der Umzug ist aber auch für Berlin von großer Bedeutung. Wir bringen allein 4 000 Arbeitsplätze mit", sagte Präsident Hanning. "Das ist für die Wirtschaft, für den Einzelhandel oder den Wohnungsmarkt sehr wichtig."Nicht alle der 4 000 Mitarbeiter in Pullach werden mit der Behörde nach Berlin umziehen, da rund ein Drittel von ihnen bis 2010 den Dienst aus Altersgründen verlassen wird. In der jetzigen Außenstelle am Gardeschützenweg im Stadtteil Lichterfelde werden auch über 2010 hinaus rund tausend BND-Beschäftigte arbeiten.------------------------------"Der Bundesnachrichtendienst gehört an den Regierungssitz." August Hanning, BND-Chef
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