Chinas oberste Antikorruptionsbehörde ermittelt gegen Ouyang Weimin, den früheren Präsidenten der staatlichen China Development Bank (CDB). Das teilte die Zentrale Disziplinarkommission der Kommunistischen Partei am Sonntag in einer knappen Erklärung mit.
Ouyang werde von der Kommission und der Nationalen Aufsichtskommission wegen des Verdachts schwerer Verstöße gegen Parteidisziplin und geltendes Recht überprüft. Weitere Angaben machte die Behörde zunächst nicht. Über den Schritt berichtete die Nachrichtenagentur Reuters.
Langjähriger Werdegang im Finanzsektor
Ouyang hatte seine berufliche Laufbahn laut der staatlichen Zeitung China Daily 1986 begonnen und war im selben Jahr in die Kommunistische Partei eingetreten. Einen Großteil seiner früheren Karriere verbrachte er demnach bei der chinesischen Zentralbank, der People's Bank of China. Später war er Vizegouverneur der südchinesischen Provinz Guangdong, einer der wirtschaftsstärksten Regionen des Landes. 2019 wurde er zum Präsidenten der CDB ernannt, 2023 gab er den Posten ab.
Die 1994 gegründete China Development Bank ist eine staatlich finanzierte Förderbank, die direkt dem Staatsrat untersteht. Nach eigenen Angaben soll sie mit ihren Krediten die wirtschaftliche Entwicklung in Schlüsselbranchen und in strukturschwachen Bereichen unterstützen. Bereits 2024 war laut Reuters ein früherer Vizepräsident des Instituts wegen Bestechlichkeit zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden.
Breite Kampagne trifft auch das Militär
Unter Staats- und Parteichef Xi Jinping läuft seit Jahren eine breit angelegte Antikorruptionskampagne. Zum 105. Gründungstag der Kommunistischen Partei Anfang Juli hatte Xi die Mitglieder nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua auf eine „harte, langwierige und umfassende Schlacht gegen die Korruption" eingeschworen.
Nach Einordnung von Reuters ist es eine der größten derartigen Kampagnen seit der Mao-Ära, in deren Verlauf Millionen Kader überprüft und Hunderte Funktionäre abgesetzt worden seien. Kritiker werfen der Führung laut AP vor, das Vorgehen auch zur Ausschaltung politischer Rivalen zu nutzen.
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Zuletzt traf die Kampagne auch hochrangige Personalien in Militär und Finanzaufsicht. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, verloren Ende Juni sechs Generäle der Volksbefreiungsarmee, der frühere Finanzaufsichtschef Li Yunze sowie das Politbüromitglied Ma Xingrui ihre Mandate im Nationalen Volkskongress. Anfang Mai waren zudem die beiden früheren Verteidigungsminister Li Shangfu und Wei Fenghe wegen Korruption zum Tod mit zweijährigem Aufschub verurteilt worden.
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