In China sind im vergangenen Jahr rund 354.000 Industrieroboter neu in Betrieb genommen worden. Das entspricht 59 Prozent aller weltweiten Neuinstallationen und einem Zuwachs von 20 Prozent gegenüber 2024. Das geht aus dem Bericht „World Robotics 2026“ hervor, den der Verband International Federation of Robotics (IFR) mit Sitz in Frankfurt am Main am Donnerstag veröffentlichte.
Der bisherige Jahresrekord wurde um knapp 60.000 Anlagen übertroffen, wie die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf den IFR-Bericht meldete.
Chinesische Hersteller bauten dabei ihre Position im eigenen Land weiter aus. Die Installationen inländischer Anbieter stiegen laut IFR um 15 Prozent auf 195.000 Einheiten und erreichten einen Marktanteil von 55 Prozent. Auch ausländische Hersteller legten in China zu, ihre Installationen wuchsen um 27 Prozent. Seit 2024 stammt mehr als die Hälfte der in China aufgestellten Industrieroboter von chinesischen Marken.
Große Nachfrage von Elektronik- und Autoindustrie
Größter Abnehmer war 2025 die Elektro- und Elektronikindustrie mit 96.400 neu installierten Robotern, ein Plus von 16 Prozent und ein Anteil von 27 Prozent am chinesischen Gesamtmarkt. Die Automobilindustrie installierte mit 78.900 Einheiten einen neuen Höchststand, ein Zuwachs von 38 Prozent. In der Metall- und Maschinenbaubranche stieg die Zahl um 44 Prozent auf 78.700 Anlagen.
China hängt Deutschland ab: Siemens-Chef nennt den unbequemen Grund
Roboter-Offensive: Wie Peking den Westen im Wettlauf um die humanoide KI abhängt
IFR-Präsidentin Jane Heffner führte die Entwicklung auf Chinas nationale Roboterstrategie zurück, die vor zehn Jahren gestartet worden sei. Der Verband erwartet, dass der chinesische Markt bis 2029 im Schnitt jährlich um fünf bis zehn Prozent zulegt. Als Grund nennt der IFR den demografisch bedingten Arbeitskräftemangel.
Nach Darstellung von Xinhua ist Chinas Roboterstrategie zudem im 15. Fünfjahresplan für die Jahre 2026–2030 verankert und setzt auf technologische Eigenständigkeit sowie die Modernisierung traditioneller Industrien.
VDMA fordert Reaktion aus Brüssel
Der deutsche Maschinenbauverband VDMA sieht darin eine wachsende Herausforderung für die europäische Industrie. In seinem aktualisierten China-Positionspapier erklärt der Verband, chinesische Wettbewerber hätten ihre Exporte in Drittmärkte und in die EU zuletzt deutlich gesteigert, teils gestützt auf staatliche Subventionen.
Chinesische Unternehmen seien technologisch stärker geworden, profitierten aber vielfach von unfairen Handelspraktiken, heißt es beim VDMA. Der Verband fordert von der Bundesregierung und der EU wirksamere Instrumente gegen Wettbewerbsverzerrungen. China bleibe für die deutsche Investitionsgüterindustrie hinter den USA der zweitgrößte Exportmarkt.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]