China hat sich offen für den Import von mehr Waren aus Deutschland gezeigt. Ministerpräsident Li Qiang sagte bei einem Treffen mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, sein Land sei bereit, „mehr hochwertige Produkte aus Deutschland zu importieren“, berichtete die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua am Samstag.
Zudem sehe Li Potenzial für eine engere Zusammenarbeit in verschiedenen Wirtschaftsbereichen. Dazu zählen nach Angaben von Xinhua die Automobil- und Chemieindustrie, künstliche Intelligenz sowie digitale und grüne Technologien. China begrüße es auch, wenn deutsche Unternehmen den chinesischen Markt stärker erschließen, so Li. China unterstütze zudem chinesische Unternehmen, die in Deutschland investieren wollen.
Steinmeier bei Xi: China rollt den roten Teppich aus und misstraut Deutschland trotzdem
Steinmeier besucht China
Steinmeier war am Dienstag zu einem fünftägigen Staatsbesuch in China eingetroffen. Am Freitag traf er in Peking zunächst Ministerpräsident Li Qiang und anschließend Staatspräsident Xi Jinping, wie AFP berichtet. Der letzte Staatsbesuch eines deutschen Bundespräsidenten in China hatte 2018 stattgefunden. Der Besuch fand Reuters zufolge vor dem Hintergrund wachsender Handelsspannungen zwischen der EU und China statt.
Bereits am Donnerstag hatte Steinmeier auf Fairness in den Handelsbeziehungen zwischen China und der EU gedrängt. „Wenn wir Europäer merken, dass unsere Unternehmen keinen oder nur streng kontrollierten Zugang zum chinesischen Markt erhalten, im Gegenzug aber staatlich subventionierte chinesische Exporte in unsere Märkte fließen (...), dann entsteht für uns die Gefahr einseitiger Verwundbarkeit“, sagte er laut AFP bei einer Rede an der Peking-Universität.
Xi Jinping fordert „rationale und pragmatische Politik“ gegenüber China
Der chinesische Präsident Xi Jinping sprach sich seinerseits für engere Beziehungen zu Deutschland aus. Xi forderte Deutschland laut Reuters auf, gegenüber China eine „rationale, pragmatische und freundliche“ Politik zu verfolgen. Er sprach sich demnach für eine umfassende strategische Partnerschaft auf Grundlage von Gleichberechtigung, gegenseitigem Nutzen und strategischer Stabilität aus.
Steinmeier erklärte laut AFP am Freitag bei einem Treffen mit Xi: „Wir wollen enge Handels- und Wirtschaftsbeziehungen und zwar so, dass sie für beide Seiten nachhaltigen Nutzen bringen.“ Die beiden Länder pflegten „dichte und hochdynamische Wirtschaftsbeziehungen“. Es sei „nur natürlich, dass wir immer wieder auch Rahmenbedingungen überprüfen müssen, ins Gleichgewicht bringen müssen“.
Er fügte hinzu: „Wir wollen die Win-Win-Situation erhalten“, die jahrzehntelang „sozusagen das Ziel unserer wirtschaftlichen Beziehungen war“. Er sei sich „ganz sicher, dass wir hier zu guten Lösungen im Dialog kommen“. Am Samstag endet der Besuch des Bundespräsidenten in China. (mit AFP)
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