Ölmarkt

Chinas Rohölimporte fallen auf tiefsten Stand seit 2016 – Raffinerien nutzen Vorräte

Lieferungen aus Irak und Kuwait brechen weg, auch aus Russland kommt weniger Öl. Chinas Raffinerien nutzen Lagerbestände – doch die reichen nicht mehr lange.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
2 Min
Ein Öltanker am Rohölterminal des Hafens Ningbo-Zhoushan in China: Laut Kpler gingen Chinas Rohölimporte über See im Mai deutlich zurück.

Ein Öltanker am Rohölterminal des Hafens Ningbo-Zhoushan in China: Laut Kpler gingen Chinas Rohölimporte über See im Mai deutlich zurück.

© imago

Chinas Rohöleinfuhren auf dem Seeweg sind im Mai auf 6,36 Millionen Barrel pro Tag gefallen, den niedrigsten Stand seit Oktober 2016. Das geht aus Daten des Rohstoffanalysehauses Kpler hervor, über die Reuters am Montag berichtete. Im April lag die Menge noch bei 8,10 Millionen Barrel pro Tag, im Februar bei 11,39 Millionen Barrel.

Der Einbruch hängt laut Reuters vor allem mit dem Iran-Krieg und der weitgehenden Sperrung der Straße von Hormus als wichtigster Seeroute für Öl zusammen. China reagiere auf veränderte Preise und Lieferwege. Wirtschaftsdaten zu China haben wegen der Größe der Volkswirtschaft Bedeutung für die Rohstoffmärkte, für Lieferketten und den Welthandel.

Lieferwege brechen weg

China ist der weltweit größte Ölimporteur. Laut Kpler sanken die Einfuhren aus dem Irak von 790.000 Barrel pro Tag im Februar auf 60.000 Barrel im Mai. Aus Kuwait kam im Mai gar kein Rohöl mehr an, nachdem es im Oktober noch 522.000 Barrel pro Tag waren. Auch die Einfuhren aus Russland gingen auf 1,07 Millionen Barrel pro Tag zurück, nachdem sie im Februar noch bei 1,96 Millionen lagen.

Reuters zufolge lockerte die US-Regierung ihre Sanktionen gegen russisches Öl, um den Ausfall iranischer Lieferungen abzufedern. Indien kaufte daraufhin im Mai mit 2,17 Millionen Barrel pro Tag so viel russisches Rohöl wie nie zuvor.

Raffinerien leben von Lagerbeständen

Die chinesischen Raffinerien nutzen bislang vor allem kommerzielle Lagerbestände, statt die staatliche strategische Ölreserve anzuzapfen. Zugleich drosselten sie die Ausfuhr von Fertigprodukten: Die Exporte von Diesel, Kerosin und Benzin fielen laut Kpler im Mai auf 126.000 Barrel pro Tag, nach 625.000 Barrel vor Kriegsbeginn.

Laut Reuters muss China bald entweder wieder mehr Öl importieren, die Auslastung der Raffinerien deutlich senken oder die strategischen Reserven anzapfen, weil die kommerziellen Vorräte voraussichtlich nicht lange reichen.

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