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Chinesische Übernahme von Mediamarkt- und Saturn-Mutter geplant: EU leitet Prüfung ein

Die geplante Übernahme der Mediamarkt- und Saturn-Mutter Ceconomy durch den chinesischen Onlinehändler JD.com wird in Brüssel zum Prüffall.

3 Min
Die Media-Saturn-Holding GmbH, soll gemeinsam mit seinem Mutterunternehmen Ceconomy verkauft werden.

Die Media-Saturn-Holding GmbH, soll gemeinsam mit seinem Mutterunternehmen Ceconomy verkauft werden.

© Manfred Segerer/imago

Die Europäische Kommission hat am Donnerstag eine vertiefte Prüfung der geplanten Übernahme der deutschen Ceconomy AG durch den chinesischen Konzern JD.com eingeleitet. Grundlage ist die seit Juli 2023 geltende Verordnung über drittstaatliche Subventionen, wie die Behörde in Brüssel mitteilte. Stellt die Kommission einen Verstoß gegen EU-Recht fest, kann sie den Zusammenschluss untersagen.

Ceconomy mit Sitz in Deutschland verkauft unter den Marken Mediamarkt, Mediaworld und Saturn vor allem Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräte in stationären Geschäften und Onlineshops in mehreren EU-Staaten.

Nach Angaben der Kommission ergab eine Vorprüfung, dass JD.com möglicherweise Subventionen aus der Volksrepublik China erhalten habe, die den EU-Binnenmarkt verzerren könnten. Dazu zählten Finanzierungen zu Vorzugsbedingungen, Steueranreize und Zuschüsse von Akteuren, die der Volksrepublik zuzurechnen sein könnten.

Die Brüsseler Behörde äußerte vorläufig die Sorge, dass diese mutmaßlichen Zuwendungen JD.com in die Lage versetzt haben könnten, einen hohen Kaufpreis zu bieten und so das Übernahmeverfahren zu verzerren. Auch nach dem Zusammenschluss könne das neue Unternehmen Investitions- und Geschäftsstrategien verfolgen, die sich auf die Wettbewerbsbedingungen im Binnenmarkt auswirkten.

JD.com weist Vorwürfe zurück

JD.com wies die Bedenken aus Brüssel umgehend zurück. Die geplante Übernahme von Ceconomy werde nicht durch Subventionen aus China oder einem anderen Nicht-EU-Staat finanziert, sondern durch externe Bankkredite und vorhandene liquide Mittel aus dem laufenden Geschäft, teilte der Konzern am Donnerstag laut Reuters mit. Man habe im Zusammenhang mit der Transaktion keine ausländischen Subventionen erhalten, die zu einer Wettbewerbsverzerrung in der EU führen könnten, hieß es in der Erklärung weiter.

JD.com ist eine auf den Kaimaninseln ansässige, an den Börsen in New York und Hongkong notierte Holdinggesellschaft. Die Gruppe betreibt nach Angaben der Kommission einen Marktplatz für elektronischen Handel in China und erbringt Logistik- und Technologiedienstleistungen.

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Das Vorhaben war am 17. April 2026 bei der Kommission angemeldet worden. Die Behörde muss nun innerhalb von 90 Arbeitstagen, spätestens bis zum 2. Oktober 2026, entscheiden. Sie kann den Zusammenschluss freigeben, Zusagen der Unternehmen zur Beseitigung der Wettbewerbsverzerrung annehmen oder die Übernahme untersagen. Das Verfahren werde ergebnisoffen geführt, betonte die Kommission.

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